Vorwort
Wohin fuhren früher die Güterwagen im Einzelwagenverkehr? Neben den Kunden, die an der Ladestraße im Bahnhof ihre Ware empfangen oder verladen haben gab es eine Vielzahl von sogenannten Privatanschlüssen. Ein Werk, Betrieb oder Lager hatte eine Weiche und ein Gleis, auf dem die Wagen bereitgestellt wurden. Auch bei der WLE gab es einige dieser Anschlüsse. Viele eigenen sich für den Nachbau auf einem Modul.
Der Anschluß

Im Dorf Sichtigvor, heute ein Ortsteil von Warstein, gelegen im Möhnetal, hatte das Schmieden von Ketten eine lange Tradition. Ab 1831 wurden Ketten in verschiedenen Maßen hergestellt. Dies geschah ab 1840 in über 30 Schmieden, die teilweise als Heimarbeit im Nebenerwerb von Landwirten betrieben wurden.
Die Produkte der Kleinschmieden wurden in größeren Betrieben weiter bearbeitet. Eine von ihnen hatte einen Gleisanschluß an die Möhnetalbahn der WLE im Bahnhof Sichtigvor.

Nach der Umstellung der Möhnetalbahn auf Zugleitbetrieb lag die Weiche nicht mehr im Bereich des Bahnhofs, sondern kurz außerhalb. Die Lage der Weiche hatte sich nicht verändert, aber die Bahnhofsgrenzen.

Über die Schiene erhielt die Fabrik hauptsächlich Stabeisen und Kohle für die Schmiedefeuer.

Über dem Kohlebansen ist das Ne1 (Trapeztafel) aus dem Gleisplan oben zu erkennen.



Der Anschluß wurde bis in die Mitte der 1960er Jahre vom täglich verkehrenden Nahgüterzug Soest – Brilon bedient. Um diese Zeit wurden auch die Kettenfabriken nach und nach geschlossen.
Eine Museumsschmiede wird noch in Sichtigvor betrieben. In der Nähe der ehemaligen Fabrik stehen heute zwei Personenwagen, in denen über die Geschichte der Möhnetalbahn berichtet wird.
Quellen
Sammlung Christoph Riegel
Weg der Montangeschichte, Stadtmarketing Warstein
Heimatvereine Müllheim und Sichtigvor
Archive WLE, Lippstadt und Soest
Diverse Netzfunde