Vorwort
Wohin fuhren früher die Güterwagen im Einzelwagenverkehr? Neben den Kunden, die an der Ladestraße im Bahnhof ihre Ware empfangen oder verladen haben gab es eine Vielzahl von sogenannten Privatanschlüssen. Ein Werk, Betrieb oder Lager hatte eine Weiche und ein Gleis, auf dem die Wagen bereitgestellt wurden. Auch bei der WLE gab es einige dieser Anschlüsse. Viele eigenen sich für den Nachbau auf einem Modul.
Kalksandstein
Auf der Suche nach einem preiswerten Baumaterial für den sozialen Wohnungsbau und die Landwirtschaft wurde 1856 der Kalksandstein erfunden. Ein erstes Patent für die Erzeugung wurde 1880 in Berlin an „Dr. Michaelis“ erteilt.
Bei der industriellen Fertigung von Kalksandsteinen werden Branntkalk (Calciumoxid) und Sand (überwiegend Quarzsand) im Verhältnis 1:12 unter Zugabe von Wasser gemischt und in Reaktoren geleitet. Wenn der Branntkalk mit Wasser zu Kalkhydrat umgewandelt ist, wird das Gemisch im Nachmischer auf Pressfeuchte gebracht und anschließend mittels hydraulischer Pressen zu Steinrohlingen geformt. Die Rohlinge werden in speziellen Dampfdruckkesseln, den Autoklaven, bei Temperaturen von ca. 200 °C unter Sattdampfdruck, also bei einem Druck von ca. 16 bar, für einen Zeitraum von 4 bis 8 Stunden hydrothermal gehärtet. Dies als kurze Beschreibung der Herstellung.
An vielen Stellen mit entsprechenden Sandvorkommen entstanden in den nächsten Jahrzehnten Werke zur Herstellung von sog. Hartsteinen.
Der Anschluß

Das Werk wurde 1928 gegründet. Wann der Anschluß eingerichtet wurde ist nicht geklärt. 1954 fand er aber Eingang in den Buchfahrplan (s. u.). In der obigen Form war er bis maximal 1964 vorhanden.


Es ist eine Entwicklung vom ersten (Schräg-) Luftbild zu dieser Aufnahme zu erkennen. Es liegen Feldbahngleise in Richtung der Hügel in nordwestlicher Richtung. Hier wird der Sand für die Herstellung abgebaut. Vor dem Werk, wo diese Gleise zusammenkommen, ist eine Art Aufstellbahnhof für Kipploren der Feldbahn zu sehen. Der Normalspuranschluß liegt jetzt an einer Ladestraße rechts der Straße zum Werk. Dies dürfte die im Fahrplan von 1971 vermerkte Anschlußstelle Teerschotter sein. Wer hat hier weitere Informationen.

Auf der bisherigen Abbaufläche entsteht ein Gewerbegebiet. Hier wird ein neuer Anschluß für die Firma I.S.W. Elementebau GmbH (oben links) geplant. Dieser Anschluß wird aber nicht mehr verwirklicht. Der Betrieb zwischen Nienborg-Heek und Burgsteinfurt wird am 15. Oktober 1972 eingestellt, zwischen Ahaus und Nienborg-Heek am 28. September 1975.

Das neue Gewerbegebiet ist im Entstehen und 1985 wird an gleicher Stelle das Hartsteinwerk komplett neu errichtet. Das Werk hat sich seit einigen Jahren auf die Produktion der holländischen KS-Formate spezialisiert.

Im Buchfahrplan von 1954 wird eine Bedienung zum Werk aufgeführt.
(Sammlung Riegel)
Viele Fragen sind noch offen, aber der Ursprung des Fotos für diesen Teil der Westlippischen Blätter wurde erklärt.
Quellen
Sammlung Christoph Riegel
Archive WLE, Lippstadt und Soest
Diverse Netzfunde