Vorwort
Wohin fuhren früher die Güterwagen im Einzelwagenverkehr? Neben den Kunden, die an der Ladestraße im Bahnhof ihre Ware empfangen oder verladen haben gab es eine Vielzahl von sogenannten Privatanschlüssen. Ein Werk, Betrieb oder Lager hatte eine Weiche und ein Gleis, auf dem die Wagen bereitgestellt wurden. Auch bei der WLE gab es einige dieser Anschlüsse. Viele eigenen sich für den Nachbau auf einem Modul.
Kalksandstein
Auf der Suche nach einem preiswerten Baumaterial für den Sozialen Wohnungsbau und die Landwirtschaft wurde 1856 der Kalksandstein erfunden. Ein erstes Patent für die Erzeugung wurde 1880 in Berlin an „Dr. Michaelis“ erteilt.
Bei der industriellen Fertigung von Kalksandsteinen werden Branntkalk (Calciumoxid) und Sand (überwiegend Quarzsand) im Verhältnis 1:12 unter Zugabe von Wasser gemischt und in Reaktoren geleitet. Wenn der Branntkalk mit Wasser zu Kalkhydrat umgewandelt ist, wird das Gemisch im Nachmischer auf Pressfeuchte gebracht und anschließend mittels hydraulischer Pressen zu Steinrohlingen geformt. Die Rohlinge werden in speziellen Dampfdruckkesseln, den Autoklaven, bei Temperaturen von ca. 200 °C unter Sattdampfdruck, also bei einem Druck von ca. 16 bar, für einen Zeitraum von 4 bis 8 Stunden hydrothermal gehärtet. Dies als kurze Beschreibung der Herstellung.
An vielen Stellen mit entsprechenden Sandvorkommen entstanden in den nächsten Jahrzehnten Werke zur Herstellung von sog. Hartsteinen.
Der Anschluß

An welchem Datum dieser Anschluß eingerichtet wurde und wann stillgelegt ist nicht bekannt. Allerdings sind Fotos bei DSO und ein Beitrag auf der Webseite des Heimatvereins Sendenhorst eindeutig zuzuordnen.
„Täglich greift heute der Mensch in die Naturlandschaft der Hardt ein. Fleißige Hände sehen wir an der Arbeit, um die tiefen Sande an die Baustellen zu schaffen. Überall sind Schienen gelegt, auf denen mit feinstem Bausand beladene Kippwagen nach den an den Rampen haltenden Lastzügen befördert werden. Schwere Baggermaschinen mit mächtigen Eisenketten sorgen dafür, daß auch die unteren Sandschichten ausgebeutet werden. Infolgedessen gähnen an vielen Stellen tiefe Löcher. Auch zur Herstellung von Kalksteinen eignen sich die Hardtsande vorzüglich. Mitten zwischen Roggenfeldern liegt das Kalksandsteinwerk Fischer, auf dem jeden Tag zehntausende von Steinen hergestellt und verfrachtet werden.“ (Heimatverein Sendenhorst)







Schon auf dem Luftbild von 1962 sind die Wasserflächen über den Sandabbaustellen zu erkennen. Bis heute haben sich diese Flächen vergrößert.
Über die weitere Geschichte der Firma Fischer ist noch nicht viel bekannt oder erforscht. Die Gebäude stehen zum Teil heute noch.

Quellen
Sammlung Christoph Riegel
Heimatverein Sendenhorst
Archive WLE, Lippstadt und Soest
Drehscheibe Online (DSO)
Diverse Netzfunde