VL 0606 bis 0610

VL 0641 bis 0651

In den Jahren der Aufrüstung vor und zu Beginn des 2. Weltkrieges wurden in Deutschland die ersten größeren Diesellokomotiven für das Militär entwickelt. Die ersten Exemplare wurden mit mechanischer Kraftübertragung ausgeführt. Hierzu gehören auch drei Maschinen, die zur WLE gelangten.

Eine wichtige Rolle hierbei nahm Walter Pfefferkorn ein. Er war vom 1.4.59 bis 1.9.68 Vorstandsmitglied bei der WLE und bei der Mindener Kreisbahn. In seiner Funktion in Minden hatte er schon altbrauchbare Kriegslokomotiven erworben und herrichten lassen. Für die WLE sah er hierin auch einen Weg, die Verdieselung voranzutreiben.

VL 0606 und 0607

Die beiden Maschinen wurden 1940 bzw 1941 an das Reichsluftfahrtministerium geliefert. Nach dem Krieg kamen sie zur DB und wurden ab dem 7. September 1949 als V 36 315, bzw. ab dem 22. Juni 1951 als V 36 317 eingesetzt. Zum 30. November 1954 wurden beide Loks an die Maxhütte für den internen Rangierdienst verkauft.

Am 10. November 1959 wurden die Loks als Schrott an die WLE verkauft und auf der Straße nach Lippstadt transportiert. Die spätere 0606 traf am 18. Januar 1960 in Lippstadt ein, 0607 kam am 27. Januar 1960 dort an.

Da die Hauptwerkstatt und hier besonders die Motorenabteilung gerade ohne große „Bastelprojekte“ waren wurde mit der Bestandsaufnahme begonnen und ein Plan für den Umbau geschmiedet. Es wurde der Führerstand auf Einmannbedienung umgebaut und ein neuer Motor eingebaut. Hier fiel die Wahl auf ein Fabrikat aus dem Hause MaK, welches auch in den VL 0611 bis 0613 Verwendung fand, aber von 600 PS auf 360 PS gedrosselt wurde. Die Kraftübertragung über ein mehrstufiges, mechanisches Getriebe wurde beibehalten.

Als erstes wurde 0607 fertig gestellt und am 7. Dezember 1960 dem Betriebsdienst übergeben. Am 30. März 1961 folgte 0606. Beide Loks wurden im schweren Rangierdienst rund um Warstein und Soest eingesetzt.

VL 0607 am 15. 12. 1963 in der Hauptwerkstatt (Foto: Rinsche, Sammlung Krause)
VL 0607 in Soest Thomaetor in den 1960ern (Foto: Archiv WLE)

Das Ende kam für beide Maschinen bald. VL 0606 wurde 1970 ausgemustert und verschrottet. Die Schwester 0607 erlitt im Dezember 1967 einen Getriebeschaden und wurde abgestellt. Die Zerlegung erfolgte am 10. August 1971.

Es zeigte sich die Wahl der Mak Motoren als glücklicher Umstand, da diese weiter verwendung finden konnten.

VL 0608

Die spätere 0608 wurde schon Im Januar 1938 an das Luftfahrtministerium geliefert und stellt somit die „Urmutter“ der mechanischen V36 dar. Über die DB ab 1949 als V 36 310 kam sie bald mit dem Schienenschleifzug Hannover zum Einsatz. Am 5. Oktober 1961 wurde sie, ohne Motor, an die WLE verkauft. Am 14. November 1961 traf sie in Lippstadt ein.

Nach den Umbauerfahrungen mit den Schwesterlokomotiven wurde auch hier ein gleicher MaK Motor eingebaut, die Einmannsteuerung verwirklicht und das mechanische Getriebe erhalten. Ab dem 8. Juni 1963 stand auch diese Lok dem Betrieb der WLE zur Verfügung.

Der Einsatz erfolgte un den Umläufen der Schwestern und zusätzlich rund um Lippstadt abwechselnd mit der VL 0605.

VL 0608 in Soest Thomätor vor dem „Neubaulokschuppen (Foto: Gerke, Sammlung CvN)
Am 23. 9. 1972 ist 0608 zwischen Cappel und Lippstadt unterwegs (Foto: Sammlung Krause)

Im Herbst 1973 erlitt auch 0608 einen Schaden am Getrieb und wurde abgestellt, die Zerlegung erfolgte im folgenden Jahr.

VL 0609 und 0610

Im ersten „Baukasten“ der MaK befanden sich auch kleine, 3-achsige Lokomotiven. Von diesem Typ wurden in Kiel auch einige Loks auf Vorrat gebaut um sofort den Kunden behilflich sein zu können. Unter der Fabriknummer 400 058 wurde eine solche 450 PS starke Lok ab dem 25. Juli 1967 in den Mietpool aufgenommen. Die Fabriknummer 400 059 war bereits ab dem 30. November 1966 in diesem Pool.

Nach der Abstellung der VL 0606 und 0607 bestand bei der WLE ein Bedarf an Rangierloks in den bisher mit diesen Loks besetzten Diensten. So wurde zum 14. Dezember 1970 die Mietlok 058 an die WLE vermietet und in Warstein eingesetzt. Zum 13. Mai 1971 folgte die Schwester 059 in den Mietdienst.

1971 ist die 400 058 von Warstein auf dem Weg zum Hillenberg (Foto: Gerke, Sammlung CvN)

Am 16. Mai 1972 wurden beide Loks von der WLE gekauft und als VL 0609 (400 059) und VL 0610 (400 058) weiter eingesetzt. Die bislang bestehende Sonderfarbe der MaK wurde durch das WLE – typische Blau ersetzt.

1975 in der Hw (Foto: Archiv WLE)

VL 0609 am 12. 5. 1973 in Belecke und als Schiebelok von Dg 330 (Fotos: Jördens)

In den 1970er Jahren wurden die kleineren Loks aus dem Rangierdienst durch stärkere Maschinen verdrängt, da diese auch für die anschließenden Zugleistungen eingesetzt werden konnten. So wurden 0609 am 25. Februar 1977 und 0610 am 8. Januar 1976 an die Ruhr Lippe Eisenbahn verkauft.

Modelle

Von den V36 Prototypen gibt es keine Modelle, so dass auch hier wieder umgebaut werden muss. Auf dem Englischen 00 Markt fand sich etwas vergleichbares.

VL 0606 der Westlippischen Eisenbahn, Umbau und Lackierung: Ole Lebek (Foto: Thomas Woditsch)

Für die 450 C Type der MaK gab es vor Jahren eine Ankündigung der Firma Real-Modell. Aber auch hier wurde vorhandenes verwendet.

Quellen:

Sammlung Christoph Riegel

Risse, Fiegenbaum, Klee, Krause, Die Diesellokomotiven und Triebwagen der WLE, DGEG Medien

Kückmann, Beyer, Von Warstein bis ins Münsterland, DGEG Medien

Archiv WLE in Soest und Lippstadt

Diverse Netzfunde