Man könnte diese Wagen auch unter der Überschrift „Personenwagen“ vorstellen, sie waren schließlich in grüner Farbe unterwegs. Aber wegen der hauptsächlichen Nutzung in Güterzügen sollen sie hier eingeordnet werden.

Vorgeschichte
In der Erstbeschaffung der Warstein – Lippstädter – Eisenbahn 1883 befanden sich nur Pack-/Postwagen für die Personenzüge. Auch waren in der Anfangszeit nur gemischte Züge unterwegs. Erst mit der Eröffnung der neuen Strecken der Westfälischen Landeseisenbahn im Möhnetal und nach Beckum wurden auch reine Güterzüge in den Fahrplan aufgenommen. Dies passt auch zu der Entwicklung bei den Länderbahnen, bei denen ab etwa 1887 ebenfalls die ersten Begleitwagen für Güterzüge zum Einsatz kamen.
Die erste Serie
Im Jahr 1896 fragte die Verwaltung der WLE bei der Wagonfabrik Killing in Hagen eine Serie von 5 Wagen an. Es wurden einige Vorschläge als Zeichnung vorgelegt. Die Wahl fiel auf Wagen mit 3,6 m Achsabstand von denen 1898 diese 5 Stück bestellt wurden.


Die wechselnden Nummern der Wagen und ihr Werdegang sind aus der obigen Tabelle ersichtlich. Der erste Wagen schied schon nach 1945 aus. Wagen 3464 wurde zwischen 1967 und 1970 als Bauzugwagen genutzt und als letzter 1973 ausgemustert.



Die zweite Serie
Schon 1899 wurde bei der Wagonfabrik van der Zypen eine weitere Serie von Begleitwagen angefragt und bestellt. Im Wagenkasten unterschieden sich diese Wagen kaum von denen von Killing, hatten aber eine Achstand von 4,6 m. Zwei dieser 1900 und 1901 gelieferten Wagen hatten außen eine Blechverkleidung, die später entfernt wurde.


Wie die etwas unübersichtliche Vergabe der Wagennummern zu Stande kam ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Sowohl bei der Überarbeitung der Nummern 1926 wie auch Anfang der 1950er Jahre wäre eine Bereinigung möglich gewesen, unterbleib aber. Zwei Wagen schieden früh aus, einer wurde zum Bauzugwagen und der letzte war lange in Soest Thomaetor abgestellt.



Die Umbauwagen
Wie schon in einigen anderen Fällen gezeigt werden konnte, war die Werkstatt der WLE immer gerne an Umbauten beschäftigt (siehe BC3i 221 ff und andere Personenwagen). So wurden ab 1910 auch Personenwagen aus der Erstbeschaffung von 1983 und andere ältere Personenwagen auf den bestehenden Untergestellen in Pwg umgebaut. Diese Neuaufbauten waren sehr stark an die Kästen der vorhandenen Wagen angelehnt.


Auch hier ist die Vergabe der Wagennummern undurchsichtig. Einige dieser Umbaufahrzeuge mit Uraltfahrwerk blieben lange im Baudienst erhalten und zwei Fahrzeuge kamen sobar noch zu Museumseisenbahnen.




3404 als HSW 55 bei den Eisanbahnfreunden Wesel, 10. September 2001 (Foto: HSW)
.




Die Späten
Eine Anschaffung von 1938 und vier Wagen von 1971 sind noch zu erwähnen.

Im Jahr 1938 wurde für die erweiterte Zahl der Güterzüge noch dringend ein weiterer Beiwagen benötigt. Wie in so vielen Fällen wurde man bei Erich am Ende in Berlin fündig, die einen ehemaligen Kühlwagen zum Pwg umbauten und an die WLE lieferten. Fotos konnten von diesem Exot noch keine gefunden werden.

Im Jahr 1971 wurden einige Wagen durch Rangierunfälle stark beschädigt. In einem Fall war auch die Bundesbahn beteiligt. Diese bot darauf hin der WLE vier ihrer nicht mehr benötigten Pwgs 41 zum Kauf an.



Die Unerkannten und im Betrieb
Es gibt einige Fotos auf denen die Packwagen unerkannt bleiben weil entweder die Wagennummer fehlt oder wegen der Perspektive nicht erkannt werden kann.




Im Modell
Axel Hartig hatte mit Bausätzen von Schmal- und Regelspurwagen im Maßstab 1:45 (Spur 0) in den 1990er Jahren begonnen. Die Wagen der WLE waren für ihn von besonderem Interesse. Wie viele dieser Wagen verkauft wurden und ob noch welche als Modell oder Bausatz vorhanden sind ist mir nicht bekannt.


In H0 könnten heute 3 D Druck Modelle relativ einfach machbar sein. Man wird sehen…
Quellen
Sammlung Christoph Riegel
Archive WLE, Lippstadt und Soest
Kückmann, Beyer, Von Warstein bis ins Münsterland, DGEG Medien
Diverse Netzfunde