Vorwort

Die Geschichte der Zementwerke in Westfalen ist geprägt von ständigem Auf und Ab, Neugründung und Stilllegung, Ertrag und Preiskrieg, Übernehmen und übernommen werden. Damit ist auch die Geschichte der WLE eng verbunden, da sie von diesen Wirrungen sehr stark abhängig war. Auch der Wettbewerb mit dem Transport auf der Straße wirkte sich immer wieder auf die Zusammenarbeit zwischen Zementwerken und WLE aus.
(Foto: G-Maps)
Geschichte von Mark II
Die Gründung erfolgte 1897 als Werk Friedrichshorst durch die Recklinghausener Wicking AG. Nach der Übernahme der Mark AG (siehe Werk Mark I) änderte sich der Name in Mark II. 1931 wurde Wicking von der Dyckerhoff AG übernommen.
Nachdem Ende der 1960er Jahre die Entscheidung zum Bau eines neuen Großzementwerkes n Neubeckum durch die Dyckerhoff AG gefallen war, wurden Teile von Mark II abgerissen um Platz für das neue Werk zu schaffen. Dieses neue Werk ging zum 1. Juli 1972 in Betrieb.
Im Rahmen der weiteren Konsolidierung der Zementindustrie in Deutschland erfolgte 2006 die Stillegung. Das Werk ist weiterhin voll erhalten und dient als „Kaltreserve“ des Dyckerhoff Konzerns.




Steinanlieferung
Eine Anlieferung von Steinen aus Warstein war auch für dieses Werk nicht einfach zu realisieren. Der Brecher lag günstig für die eigenen Steinbrüche östlich des Werks, fernab der vorhandenen normalspurigen Gleisanlagen. Es wurden in den Jahren seit Einführung der Omi und Fd Wagen einige Ideen in Zeichnungen umgesetzt, aber nicht verwirklicht.

Für diese Variante wurde auch der Entladekran für Fd – Wagen konstruiert.



Durch die Neubaupläne ergaben sich auch neue Ansätze für die Steinanlieferung. Es war geplant täglich bis zu 6 Vollzüge von Warstein zum Werk zu bringen (siehe Steinzüge). Dafür waren die bisherigen Planungen ungeeignet.
Nach der Übernahme der Strecke Neubeckum – Beckum durch die WLE im Jahre 1958 wurde bald ein Haltepunkt am Beckumer Ortsteil Roland eingerichtet.

In der Nähe dieses Haltepunktes wurde ein Abzweig als Ausweichanschlußstelle zur Anlieferung geplant und gebaut.

Die Inbetriebnahme wurde im Rundschreiben zum Sommerfahrplan 1972 angekündigt.


Nach der Inbetriebnahme wurde die neue Entladestelle auch fotografisch dokumentiert.





Da die Abwicklung mit handverschlossenen Weichen sehr viel Zeit in Anspruch nahm wurde in den 1980er Jahren eine Fernbedieung der beiden Weichen über eine Funksteuerung vom Arbeitsplatz des Zugleiters in Lippstadt eingerichtet und die Abzweigstelle mit Signalen versehen.

Modell
Die kleine Gruppe der Privatbahnfreunde im FREMO hatte sich um die Jahrtausendwende das Projekt des Abzweiges Roland als Aufgabe gestellt. Diese wurde in freundlicher Teamarbeit erledigt. Ralf erstellte die Modulkästen und war für den Gleisbau zuständig. Das Konzept und die Landschaft kam von mir. Stefan entwickelte und baute die Fernstelltechnik. Die Stellbefehle wurden über das Loconet übertragen, so dass der Abzweig unabhängig vom Einbauort im Arrangement von andere Stelle, z. Bsp. dem Zugleiter, bedient werden konnte.


Es gibt erstaunlich wenige und auch noch schlechte Fotos vom Abzweig Roland.


Mittlerweile ist der Abzweig bei Paul in der Betreuung und eine wirkliche Funkfernsteuerung ist in Arbeit.
Quellen
Sammlung Christoph Riegel
Zement Museum Beckum www.zement-museum.de
Archiv WLE in Soest und Lippstadt
FREMO WLE Zoom Juli 2022
Diverse Netzfunde