Vorwort

Die Geschichte der Zementwerke in Westfalen ist geprägt von ständigem Auf und Ab, Neugründung und Stilllegung, Ertrag und Preiskrieg, Übernehmen und übernommen werden. Damit ist auch die Geschichte der WLE eng verbunden, da sie von diesen Wirrungen sehr stark abhängig war. Auch der Wettbewerb mit dem Transport auf der Straße wirkte sich immer wieder auf die Zusammenarbeit zwischen Zementwerken und WLE aus.
(Foto: G-Maps)
Geschichte von Mark I
Die Gründung erfolgte 1899 am Bahnhof in Neubeckum (damals Beckum – Ennigerloh) als Portland-Cement- und Wasserkalkwerk Mark AG durch Gutsbesitzer aus dem Nachbarort Vellern und auswärtigen Kapitalgebern. Zwischen 1921 und 1926 gingen die Aktien schrittweise auf den Wicking Konzern über, der in dieser Zeit weitere Zementwerke erwarb. 1931 wurde Wicking von der Dyckerhoff AG übernommen.
Im Zusammenhang mit dem Bau des neuen Großzementwerks Mark II (Inberiebnahme 1972, siehe dort) wurde Mark I stillgelegt und abgebrochen.
Durch die Lage direkt am Bahnhof und in der sich um diesen bildende Ortschaft war eine Entwicklung an diesem Standort nicht mehr möglich.
Der Abriss wurde 2001 abgeschlossen.




Steinanlieferung
Durch die Lage des Werkes war eine Anlieferung von Kalksteinen auf dem Gelände durch ein Gleis zum Brecher nicht möglich. Da aber die Konkurenz (Germania, Elsa) durch die Transporte mit Hilfe der neuen Omi Wagen Vorteile hatte, wurde auch nach einer Lösung für Dyckerhoff gesucht.
Nicht weit entfernt vom Werk hatte die WLE 1899 nördlich der Anlagen der Staatsbahn einen Übergabebahnhof angelegt. In diesem wurden die Güterzüge für die Strecken nach Münster und Warendorf gebildet. Hier ergab es sich eine Umladestelle einzurichten. Ausgehend von einer den Bahnhof kreuzenden Straße wurde eine Kehre für LKW angelegt. Am 16. Mai 1958 konnte diese „Kippstelle“ in Betrieb genommen und damit auch Dyckerhoff mit Warsteiner Kalksteinen beliefert werden.

Durch das Tieferlegen der Kehre konnten die Omi direkt in Lkw entladen (gekippt) werden.




Die Umladung im Übergabebahnhof endete am 23. Juli 1972 mit der Belieferung des neuen Werks über den Abzweig in Roland.

Modell
Auf dem Bahnhof Neulippertor wurde ebenfalls eine „Kippstelle“ für Omi eingerichtet.
Bilder folgen…
Quellen
Sammlung Christoph Riegel
Zement Museum Beckum www.zement-museum.de
Archiv WLE in Soest und Lippstadt
FREMO WLE Zoom Juli 2022
Diverse Netzfunde