Stein – Züge

Um die Kalksteine von Warstein zu den Zementwerken zu transportieren wurden nach der Einführung der Omi – Wagen besondere Züge im Fahrplan vorgesehen. Auf der Basis verschiedener Quellen soll die Entwicklung diese Züge im Fahrplan über die Jahre vorgestellt werden. Die Mengendaten (tsd t Steine) konnten den Geschäftsberichten und Quartalsberichten des Betriebsbüro entnommen. Hierbei ist aber für die späteren Zeiträume nicht klar, ob es sich ausschließlich um Mengen für die Zementwerke handelt, oder ob auch Mengen für den Straßenbau oder für Schotter enthalten sind.

1946    51 tsd t               170 t durchschn. täglich       10 Wagen durchschn. täglich

1947    59 tsd t               197 t durchschn. täglich       12 Wagen durchschn. täglich

1948    110 tsd t            366 t durchschn. täglich       20 Wagen durchschn. täglich

1949    188 tsd t            627 t durchschn. täglich       35 Wagen durchschn. täglich

1950    188 tsd t            627 t durchschn. täglich       31 Wagen durchschn. täglich

1951    185 tsd t            617 t durchschn. täglich       31 Wagen durchschn. täglich

1952

Umfeld: Es besteht noch Personenverkehr auf allen Strecken. Alle Züge werden von Dampfloks gezogen. Auf einigen Teilstrecken sind auch Vorkriegstriebwagen im Einsatz.

Im zweiten Jahr nach der Einführung der Kippmuldenwagen wurden zwei Züge im Fahrplan vorgesehen. Allerdings scheinen die Wünsche nach einer schnellen Entladung in den Werken sich nicht zu erfüllen. Zwischen den Dg 6328 und 6331 werden wohl nicht die Wagen entladen, sondern Zugstämme ausgetauscht. Nach den Jahresmengen sollten beide Züge mit je 20 Wagen ausgelastet sein.

DL 0123 mit einem Vollzug kurz vor Uelde, noch mit einem gemischten Zug, 1951 (Foto: Archiv WLE)

1952    233 tsd t            777 t durchschn. täglich       39 Wagen durchschn. täglich

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1953    280 tsd t            933 t durchschn. täglich       47 Wagen durchschn. täglich

1954    225 tsd t            750 t durchschn. täglich       37 Wagen durchschn. täglich

1955    226 tsd t            760 t durchschn. täglich       38 Wagen durchschn. täglich

1956

Umfeld: Drei Jahre nach Einführung der Neubau Triebwagen aus Uerdingen ist die Dampflok im Güterverkehr noch ohne Konkurenz, die Verdieselung ist aber in der Planung. Nach einem Hoch nach Einführung der Omi befinden sich die Mengen auf dem Rückgang.

Weiterhin reichen zwei Vollzüge für die Mengen. Beide Züge werden über die Haar nachgeschoben und bekommen auch zwischen Lippstadt und Beckum Vorspann gestellt. Somit ist eine Anpassung an die zu fahrenden Mengen gegeben, es können auch Züge mit mehr als 20 beladenen Wagen abgefahren werden.

1956    226 tsd t            753 t durchschn. täglich       38 Wagen durchschn. täglich

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1957    176 tsd t            586 t durchschn. täglich       30 Wagen durchschn. täglich

1958    168 tsd t            560 t durchschn. täglich       28 Wagen durchschn. täglich

1959

Umfeld: Auf dem Tiefstand der Steinmengen treffen zum Jahreswechsel 1957/1958 die beiden ersten großen Deutz Lokomotiven bei der WLE ein. Große Veränderungen stehen im Personenverkehr bevor. Auf der Möhnetalbahn verkehrt ab dem Sommerfahrplan nur noch ein morgendlicher Personenzug nach Soest, auch einige Personenzüge zwischen Warstein und Lippstadt am Nachmittag werden durch Omnibusse ersetzt.

Im Mai 1958 wird im Übergabebahnhof Neubeckum die Umladestelle für das Werk Mark I in Betrieb genommen. Dieser zusätzliche Kunde ist sofort in den Mengen feststellbar. Es wird ein dritter Vollzug im Fahrplan vorgesehen. Nur der Zug mit der Dampflok (Dg 6330) wird planmäßig bis zur Haar nachgeschoben.

VL 0631 mit einem Vollzug im Mellricher Wald, 1958 (Foto: Archiv WLE)

1959    323 tsd t            1077 t durchschn. täglich    54 Wagen durchschn. täglich

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1960    339 tsd t            1130 t durchschn. täglich    57 Wagen durchschn. täglich

1961    485 tsd t            1617 t durchschn. täglich    81 Wagen durchschn. täglich

1962    461 tsd t            1537 t durchschn. täglich    77 Wagen durchschn. täglich

1963

Umfeld: Mittlerweile verfügt die WLE über eine große Flotte von Diesellokomotiven für Strecken- und Rangierdienste, aber immer noch ist Dampfunterstützung notwendig, wenn auch nicht geplant. Bis Ende 1962 sind über 50 der neuen Fd60 Wagen in Betrieb gekommen. Der Personenverkehr auf der Möhnetalbahn ist eingestellt, zwischen Warstein und Lippstadt sind nur noch die Schülerzüge unterwegs und zwischen Lippstadt und Neubeckum die Triebwagen.

Durch den Einsatz der Fd60 Wagen steigen die Mengen durch Absatz an neue Kunden deutlich. Es sind vier Vollzüge im Fahrplan vorgesehen. Im Oktober werden dem Betriebsbüro die folgenden, von den Werken „garantierten“ täglichen Mengen mitgeteilt: Mark I 600 to, Mark II 600 to, Elsa 650 to, Germania 480 to, Anneliese 600 to, was einer Tagesmenge von 2930 to entsprechen würde. Allerdings hatten weder Mark II noch Anneliese zu diesem Zeitpukt eine Enladestelle für Kalksteine!

Beladene Omi und Fd in Warstein, 22. Mai 1963 (foto: Archiv WLE)

1963    504 tsd t            1680 t durchschn. täglich    84 Wagen durchschn. täglich

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1964    596 tsd t            1987 t durchschn. täglich    100 Wagen durchschn. täglich

1965    523 tsd t            1743 t durchschn. täglich    87 Wagen durchschn. täglich

1966    516 tsd t            1720 t durchschn. täglich    86 Wagen durchschn. täglich

1967

Umfeld: Weitere Diesellokomotiven ergänzen den Bestand, aber die Vollverdieselung ist durch Aus- und Unfälle noch nicht erreicht. Ruhige Jahre mit wenigen Veränderungen.

Weiterhin sind vier Vollzüge vorgesehen. Die Jahresmengen schwanken in überschaubarem Rahmen.

VL 0633 mit einem Vollzug in Belecke, 1966 (Foto: Gerke, Sammlung CvN)

1967    425 tsd t            1417 t durchschn. täglich    71 Wagen durchschn. täglich

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1968    482 tsd t            1607 t durchschn. täglich    80 Wagen durchschn. täglich

1969    452 tsd t            1507 t durchschn. täglich    75 Wagen durchschn. täglich

1970    495 tsd t            1650 t durchschn. täglich    83 Wagen durchschn. täglich

1971

Umfeld: Große Veränderungen zeichnen sich ab. In Neubeckum wird ein neues Zementwerk errichtet. Dieses soll die Werke Mark I und II ersetzen und durch die WLE beliefert werden. Ein neuer Anschluß zwischen Beckum und Neubeckum wird errichtet und das Silo mit gebrochenem Kalkstein gefüllt. Einige Diesellok Exoten treten ihren Dienst bei der WLE an.

Wohl eine besondere Zeit für die WLE. Die Zugnummern werden 3-Stellig. Laut Fahrplan mehr Vollzüge als Leerzüge. Es wird viel auf „kurzfristige Bestellung“ gefahren. Erstaunlich wenig Menge für diesen ausufernden Fahrplan.

Einfahrt VL 0632 mit Leerzug in Warstein, Feb 1971 (Foto: Jörgens)

1971    446 tsd t            1487 t durchschn. täglich    74 Wagen durchschn. täglich

1972

Umfeld: Im August geht das neue Werk in Betrieb. Der Personenverkehr wird weiter ausgedünnt. Eine Übernahme der WLE durch die DB wird von dieser abgelehnt.

Eine neue Fahrplanstruktur. Fünf Züge werden in der Hohen Lieth (HL) beladen, vier im Hillenberg oder in Warstein. Alle Züge werden zur Haar nachgeschoben. Zusammen mit den normalen Frachtenzügen verlassen Güterzüge im Stundentakt den Bahnhof Warstein. Neben den eigenen Wagen (Fd60) werden für die Belieferung des neuen Werkes auch 50 geliehene Eds/Fc der DB eingesetzt.

VL 0635 auf der Fahrt auf die Haar, 1973 (Foto: Gerke, Sammlung CvN)
DE 0901 in Hauptwerkstatt, 12. Mai 1973 (Foto: Archiv WLE)

1972    624 tsd t            2080 t durchschn. täglich    104 Wagen durchschn. täglich

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1973    840 tsd t            2800 t durchschn. täglich    140 Wagen durchschn. täglich

1974    468 tsd t            1560 t durchschn. täglich    78 Wagen durchschn. täglich

1975

Umfeld: Der Personenverkehr wird eingestellt. Der allgemeine Güterverkehr erleidet einen starken Einbruch durch Gesetzesänderungen. Die Zementwerke hinter Neubeckum werden geschlossen oder stellen die Belieferung auf LKW um.

Noch vier Züge für das neue Werk, nur noch einer für Neubeckum und weiter. Nach zwei Jahren mit unglaublichen Mengen wieder zurück zu dem Normalen.

DE 0902 mit einem Vollzug in Diestedde, März 1977 (Foto: Riegel)

1975    451 tsd t            1503 t durchschn. täglich    75 Wagen durchschn. täglich

Quellen:

Archiv Christoph Riegel