
Auf diesem Ausschnitt der Modulzeichnung von Neulippertor sind alle bisher beschriebenen Anschlüsse verortet. Zu sehen ist deutlich, dass sie aus unterschiedlichen Richtungen zu bedienen sind.
Wenn der Rangierleiter in Neulippertor mit dem Zustellen der örtlichen Eingangswagen beginnt, ist es für ihn wichtig zu wissen, wohin sie an der Lok gehören, vorne oder hinten. Oder besser, ob die Wagen geschoben oder gezogen werden müssen.
Denn als wir das Spielen mit Sinn für uns festlegten hat uns ein (damals) junger Lokführer aus dem Siegerland ins Stammbuch geschrieben:
Die Lok hat vorne und hinten Möglichkeiten, weitere Fahrzeuge anzuhängen.
Bei den fest verbauten Anschließern, wie den bisher beschriebenen, ist das ja immer gleich. Aber es gibt ja die „Quertreiber“ in Süd und Rothe Erde, hier können die eigenen oder auch fremde Module in verschiedenen Richtungen angedockt werden. Also brauchen wir ein Hilfsmittel um den Rangierdienst zu unterstützen.
Kreideanschriften an Güterwagen / Das Anschriftenfeld
So werden seit Sommer 2008 alle von der Staatsbahn ankommenden Güterwagen in Neulippertor „aufgeschrieben“. Auf einem Anschriftenzettel, der vor den Frachtzettel in die Tasche in der Wagenkarte gesteckt wird, werden die folgenden Informationen händisch vor dem Ausrangieren vermerkt:
- Eingangstag (FREMO: fortlaufende Nummer der Session);
- Zugnummer des weiterbefördernden Zuges oder Zielbezirk der zustellenden Bahnhofsrangierfahrt (R.E., Gl3, Süd, etc.);
- Stunde der Abfahrt des Zuges / der Rangierfahrt;
In der zweiten Zeile ist das Raster wie folgt auszufüllen: - Pfeil entsprechend der Richtung der Zustellung (gezogen / geschoben), entfällt bei ausgehenden Ng;
- Hinweise auf die Ladestelle innerhalb des Anschluß (Halle, Rampe, Kran, etc.) oder im Empfangsbahnhof
Diese Aufschreibung gilt auch für alle Wagen, die für andere Betriebsstellen, Bahnhöfe und Anschlüsse an der von Neulippertor ausgehenden WLE – Strecken bestimmt sind. Hierdurch wird die Bildung der ausgehenden Nahgüterzüge unterstützt und vereinfacht.


Ein Wagen mit Rohkaffee für Vox, 3. Session, muss von der Lok aus der Rangiergruppe gezogen abgefahren werden
Bleibt dieser Zettel in der Tasche der Wagenkarte kann er noch weitere Aufgaben erfüllen.
Ist der Wagen zugestellt und in der nächsten oder übernächsten Session entladen wird der Frachtzettel entfernt, auf dem in der Wagenkarte verbleibenden Anschriftenzettel kann die abholende Zugmannschaft aber noch ersehen, wo sich der Wagen befindet. Denn in Neulippertor befinden sich die Wagenkarten nicht an der Ladestelle, sondern im Fach „im Bahnhof“ bzw. „Ausgang“ am „Rösslerbrett“. Hierzu in einem späteren Beitrag mehr.
Oder soll ein leer werdender Wagen zu einem anderen Gleis oder einem anderen Bahnhof zur Wiederbeladung umgestellt werden, ist dies ebenfalls auf dem Anschriftenzettel zu lesen.
In der 4. Session ist der Wagen leer und soll von Vox zur Saatzucht umgestellt werden
So kann sich ein sinnvoller Binnenverkehr mit Leerwagen ergeben.

Aufgeschrieben werden die Eingangszüge von den dafür im Dienstplan vorgesehenen Personalen, die dann auch meist für das Ausrangieren der Wagen in der Rangiergruppe zuständig sind. Gebildet werden diese Teams meist aus Lokführer und Rangierleiter.
Für das Ausfüllen der Anschriftenzettel und die vorübergehende Ablage der Wagenkarten beim Aufschreiben gibt es auch ein entsprechendes „Schreibpult“ in/an der Güterabfertigung (GA), damit die Wagenkarten nicht auf der Modullandschaft abgelegt werden müssen.


Ein Anschrftenfeld beim Vorbild der Epoche III