Signal und Draht (oder so ähnlich)
Zu einer Beschreibung einer Betriebsstelle sollte auch die Sicherungstechnik gehören.
Wie in der nachfolgenden Beschreibung zu lesen ist, gibt es zwei Einfahrstraßen von der DB: nach Gleis 1 bis zur Spitze der Weiche 16 und nach Gleis 2 bis vor die Weiche 4. Wenn nun die Haltetafel vor der Weiche 20 stehen würde, müssten alle Züge, die von der DB Seite kommen, dort halten. Durch ein Wiederanfahren der Güterzüge bis zu einer passenden Position, aus der sie in die Rangiergruppe zurück drücken könnten, würde der Betriebsablauf stark verlangsamt.
Kenner des Bahnhofs werden nun einwenden: „dafür ist der BÜ Rigaring aber häufig besetzt“, stimmt. Aber auch hier kann eine vorausschauende Planung von Zug- und Rangierfahrten durch den Fahrdienstleiter Besserung schaffen. Und schließlich ist er an seinem Arbeitsplatz sehr nah an den rufenden Passanten und dem Klingeln der Radfahrer.
Hier nun das sicherheitstechnische Betriebsprogramm für den Bahnhof:
Betriebsplan & Sicherungstechnik
(Ausgabe Jan 07, Überarbeitung Jan 26)
1 Beschreibung
1.1. Gleise
1 Hauptgleis, Ein-, Aus- und Durchfahrgleis in/aus beiden Richtungen, Personen und Güterverkehr
2 Nebengleis, Ein- und Ausfahrgleis in/aus beiden Richtungen, Güterverkehr
3 Nebengleis, Einfahrgleis aus Richtung WLE, Güterverkehr
4 Nebengleis, Einfahrgleis aus Richtung WLE, Güterverkehr
5 Bw – Einfahrgleis
6 offen
7 Bw – Ausfahrgleis
8 offen
9 Güterschuppengleis
10 Kohlenwagengleis
11 Packwagengleis/Tankstelle
12 Personenwagengleis
13 Ladestrasse
21 – 25 Rangiergruppe
32 Industriestammgleis Süd
33 Ziehgleis/Sammelgleis
A1 Anschl. Rosenkranz (Kohlen, Mineraloel)
A2 Löwengas
A3 Ratte (Metallwarenfabrik)
Süd 1 Klee Gold (Sahnemolkerei)
A5 Walpuski (Sanitärgroßhandel)
A6 Lager Rössler, Rahmer Mühle, Central Import (Lebensmittel; Produktion, Import und Großhandel)
A7 Rothe Erde (diverse)
1.2. Weichen
1 / 3 Verbindung Gl 33 – Anschl. A1 & A2, Ortsbedient, W3 = Schlüsselform (SF) 1
2 / 4 Verbindung Einfahrgl WLE – Gl 2, Fernbedient
5 / 7 Verbindung Gl 1 – Gl 3, Fernbedient
6 Zufahrt A5, Ortsbedient, SF 2
8 Zufahrt A3, Ortsbedient, SF1
9 Verbindung Gl 3 – A7, Fernbedient
10 Verbindung Gl 3 – Gl 9, Fernbedient
11 Verbindung Gl 2 – Gl 4, Fernbedient
12 / 16 Verbindung Gl 1 – Gl 3, Fernbedient
13 Zufahrt Gl 12, Fernbedient
14 Zufahrt Gl 13, Fernbedient
15 Zufahrt Gl 11, Fernbedient
17 Zufahrt A6, Ortsbedient, SF3
18 / 20 Verbindung Gl 1 – Gl 2, Fernbedient
19 Zufahrt Gl 10, Ortsbedient, unverschlossen
21 Zufahrt Gl 7, Fernbedient
22 / 23 cd Verbindung Gl 1 – Gl 3, Fernbedient
23 ab / 24 Verbindung Gl 1 – Gl 2, Fernbedient
25 Verbindung Gl 4 – Gl 2, Fernbedient
26 – 29 Rangiergruppe Gl 21 – 25, Ortsbedient, unverschlossen
1.3. Signale
A Trapeztafel Hp1; Einfahrt von WLE nach Gl 1, 2, 3, 4
F Lichthauptsignal Hp0, 1, 2; Einfahrt von DB nach Gl 1, 2
N Lichthauptsignal Hp00, 1; Ausfahrt nach DB von Gl 1 / Bahnsteig
Gs I Formsperrsignal Sh0, 1; Einfahrt von A7 nach Gl 3
Gs II Wartetafel Sh1, Ausfahrt aus dem Bw Gl 7
2 Sonstiges
Schrankenanlage Bü Rigaring über Gl 1 – 3 in Höhe des Stw
Streckenblockeinrichtung Richtung DB
3 Fahrstrassen
3.1. aus Richtung WLE
A1 – von Signal A nach Signal N <Hp1, W2/4+, W5/7+, BÜ geschlossen, W12/16+, W18/20+, W22/23cd+, W23ab/24+>
A2 – von Signal A nach Gl2 vor Spitze W18 <Hp1, W2/4-, W6 verschl, BÜ geschlossen, W11+>
A3 – von Signal A nach Gl3 vor Bü <Hp1, W2/4+, W5/7-, W8 verschl>
A4 – von Signal A nach Gl4 vor Grenzzeichen W25 <Hp1, W2/4-, W6 verschl, BÜ geschlossen, W11-, W17 verschl>
3.2. in Richtung WLE
1WLE – von Spitze W16 nach WLE <W12/16+, BÜ geschlossen, W5/7+, W2/4+>
2WLE – von Spitze W4 nach WLE <W2/4->
3.3. aus Richtung DB
F1 – von Signal F nach Gl1 vor Spitze W16 <Hp2, W23ab/24+, W22/23cd+, W18/20+>
F2 – von Signal F nach Gl2 vor Spitze W4 <Hp2, W23ab/24+, W22/23cd+, W18/20-, W11+, BÜ geschlossen, W6 verschl, W2/4+>
3.4. in Richtung DB
1DB – von Signal N nach DB; alle Züge ziehen bis zum EG vor und melden die Abfahrbereitschaft dem Fdl
4 Stellwerk
4.1. Bedienelemente
4.1.1. Hebelbank
4.1.1.1. Weichenhebel
Für die fernbedienten Weichen (she. 1.2.) sind RST Weichenhebel vorhanden
4.1.1.2. Signalhebel
Für die Signale (she. 1.2.) sind 3 Bedienelemente (Kipp-/Druckschalter) vorhanden
4.1.2. Fahrstrassenhebel
Für die Fahrstrassen (she. 3.) sind 2 + 4 Fahrstrassenhebel (Kippschalter 2/0/1, silber) vorhanden
4.1.3. Schlüsselwerk
Für die ortsbedienten und verschlossenen Weichen (she. 1.2.) sind 3 Schlösser vorhanden, in Grundstellung ist in jedem Schloss ein Schlüssel eingeschlossen
4.1.4. Streckenblock
Es sind die für den FREMO Streckenblock nötigen Bedieneinrichtungen vorhanden
4.1.5. Gleisbild
Es ist ein schematischer Gleisplan mit Ausleuchtung durch gelb / grün wechselnde LED vorhanden, Bedienelemente sind im Gleisplan nicht enthalten.
4.1.6. Schrankenbedienung
Durch einen Kippschalter werden die Schranken geschlossen oder geöffnet.
4.2. Abläufe
4.2.1. Weichenbedienung (ferngestellt)
Sind alle Weichenhebel in Grundstellung, befinden sich alle Weichen in der generell so definierten +Lage, welche auch so auf dem Gleisbild durch gelbe LED angezeigt wird. Durch Bedienen des Weichenhebels wird die Weiche umgestellt, die LED Anzeige ändert sich entsprechend.
4.2.2. Weichenbedienung (ortsgestellt)
Der benötigte Schlüssel (SF1-3) wird dem Schlüsselwerk entnommen, die Anzeige der mit dem jeweiligen Schlüssel bedienbaren Weiche im Gleisbild wechselt auf rot. Nach Wiedereinschließen wechselt die LED wieder auf gelb.
4.2.3. Fahrstrassen
Soll eine entsprechende Zugfahrt nach 3 erfolgen sind die erforderlichen Weichen in die richtige Lage zu stellen. Durch Bedienen des Fahrstrassenhebels wird die notwendige Lage überprüft und, wenn die vorgegebene Lage anliegt, verschlossen. Der so verschlossene Gleisabschnitt wechselt im Gleisbild von gelb auf grün. Auflösen der Fahrstrasse durch zurückstellen des Signals (-> Abhängigkeit Streckenblock beachten) und des Fahrstrassenhebels.
4.2.4. Signalbedienung
Alle Signale zeigen in der Grundstellung HALT. Zur Fahrtstellung der Hauptsignale ist der entsprechende Hebel zu bedienen, ist die Fahrstrasse entsprechend gelegt, zeigt das Signal Fahrt nach 3. Auf der DB Seite ist Abhängigkeit zum Streckenblock hergestellt.
Bei Bedienung des Signalhebels für Gs I wird überprüft ob W13 und W10 in – Stellung, bei Gs II ob W21 in – Stellung.

Die Corona Phase wurde genutzt, das Stellwerk um eine Hebelbank zu erweitern. Die Elektronik wurde beibehalten, „nur“ die Bedienelemente näher an das Vorbild gebracht.

Und sonst
Wer bis hier gelesen hat wird verstehen, warum im ersten Beitrag stand:
Fahrdienstleiter – muss mit der Stellwerkstechnik Lpt vertraut sein