Münster (5.2)

Das Empfangsgebäude wurde im Krieg zerstört, ebenso ein Teil der Triebwagenhalle. Schon bald nach Ende des Krieges wurden zwischen WLE und Staatsbahn Gespräche aufgenommen, der WLE Strecke nun den Weg in den Hauptbahnhof zu ermöglichen.

Im Jahr 1946 ist ein Personenzug angekommen (Archiv WLE)

Baracken ersetzen Diensträume und Gaststätte.

Die (Über-) Planungen für die Anbindungen an den Hbf 1948 (LAV NRW W. Reg. Münster Nr. 8073, Sammlung Riegel)

Nach dieser Planung wäre das gesamte, bisherige Gelände des Personenbahnhofs unter dem neuen Damm zur Staatbahn verschwunden. Ein Interimslösung für die Zeit der Aufschüttung wäre schwierig geworden.

Ein Blick 1949 auf die Baracken als Ersatz für das Empfangsgebäude (Archiv WLE)

Das ebenfalls zerstörte Brückenstellwerk Mo wurde durch ein das neue Stellwerk Mo mit Drucktastentechnik ersetzt und die neue WLE Strecke in dieses eingebunden.

Plan von 1951 mit der angepassten Gleislage im alten Personenbahnhof (Archiv WLE)

Die Gleisanlagen wurden den neuen Platzverhältnissen nach dem Bau der Betonmauer für die Rampe zu den höher liegenden Gleisen der Staatsbahn angepasst. Das ehemalige Bahnhsteiggleis 2 ist zu einem langen Abstellgleis geworden. Vom Gleis 2 zweigt die Zufahrt zur Triebwagenhalle ab.

Die Kreuzung Hafenstraße, Hansaring, Albersloher Weg als Ausschnitt aus einem Luftbild von 1952 (Foto: LWL Medienzentrum)

Viel ist schon wieder entstanden, etwa in Bildmitte das neue Stellwerk Mo. Am rechten Bildrand der alte WLE Bahnhof mit Baracken und Triebwagenhalle.

Luftbild 1954 (Katasteramt Münster)
Im Juni 1957 stehen Lok DL 0154 und einige Personenwagen zwischen Bahnhofsbaracke und Lokschuppen (Archiv WLE)
Eine Übersicht im August 1959 (Foto: Fauth, Sammlung Riegel)

Februar 1960, die Personenwagen vom morgendlichen P 141 stehen abgestellt vor der Kiesekamp Mühle (Foto: Sammlung Krause)
Luftbild 1961 (Katasteramt Münster)

Eine ähnliche Situation auf dem Luftbild: eine lange Wagenreihe auf Gleis 1, auf Gleis 2 ein Triebwagenzug, Neben der Triebwagenhalle zwei abgestellte Personenwagen.

Ebenfalls 1961 wartet DL 0035 auf ihren nächsten Einsatz, im Schuppen eine Schwesterlok und eine MaK 600 D (Foto: Archiv WLE)
Mitte der 1960er Jahre, die Baracken werden abgebrochen (Foto: Netzfund)
April 1964 sind die ersten „Wilhelmshafener“ im Einsatz (Foto: Sammlung Krause)

Der langsame Rückbau ist zu erkennen. Gleis 1 wurde verkürzt, das Gelände des Empfangsgebäudes wurde abgeräumt und alles wurde eingezäunt.

So zeigt sich die Situation 1967 (Foto: Netzfund)
Blick auf die vollen Gleise am 7. August 1967 (Foto: Löttgers, Archiv WLE)

Der Fotograf beobachtet die Zustellung der Wagen aus Münster Ost zum Güterbahnhof. Die Rangierfahrt ist an diesem Tag sehr lang (siehe auch Fotos in Münster 4.1). So muß sehr weit in Richtung DB Personenbahnhof vorgezogen werden. Die Sperrsignale „P“ vom Hbf und „C1“ aus dem alten Personenbahnhof sind von hinten zu sehen. In den Abstellgleisen die Personenwagen und der VT 1021 mit VS 1522 in der Pause.

Luftbild 1968 (Katasteramt Münster)

Gut zu erkennen die freigeräumte Fläche rund um die ehemalige Triebwagenhalle. Nach 1964 wird diese nicht mehr benötigt, da der Lokschuppen in Münster Ost zur Verfügung steht. In den Abstellgleisen stehen einmal fünf und zweimal 2 Wilhelmshafener Wagen.

Nach Aufgabe des Personenverkehrs 1975 wurden auch die restlichen Abstellgleise nicht mehr benötigt. Der Gleisplan nach deren Abbau ist in Teil 4.3 zu sehen.

Damit endet die Geschichte des „Beckumer Bahnhofs“ der WLE in Münster.

Quellen

Sammlung Christoph Riegel

Archive WLE, Lippstadt und Soest

Kückmann, Beyer, Von Warstein bis ins Münsterland, DGEG Medien

Kuhne, Eisenbahndirektion Münster, Neddermeyer

Diverse Netzfunde

Für die Luftaufnahme des Katasteramtes der Stadt Münster: Vervielfältigt mit Genehmigung des Vermessungs- und Katasteramtes der Stadt Münster vom 10.02.2026 Kontrollnummer: 6222-26-00434