Münster (4.3)

Die Planung für die städtische Hafenbahn 1898 (Stadtarchiv Münster W_Karten A-01704, Sammlung Stach)

Vorwort

Wir wollen einen Tag im Jahr 1967 (mit Fotos aus vielen verschiedenen Jahren unterstützt) im Bahnhof Münster Ost nachvollziehen.

Das Stellwerk und der Bahnübergang (Sammlung Riegel)

Die Fahrten durch den Bezirk des Stellwerks im Sommer 1967 nach dem Buchfahrplan

Am frühen morgen des 8. Juli 1970 hat DL 0031 die Rf 921 gegen 5.00 Uhr vom DB Güterbahnhof abgeholt. Die Rangierfahrt der DB zum Stadthafen wartet schon vor dem Gs Signal C1 am rechten Bildrand. (Foto: Kappel, Eisenbahnstiftung)
Am 4. Oktober 1967 hat DL 0032 diesen Ortsdienst. Der Rangierer ist bereit zum Absteigen um den Überweg über die Straße „Industrieweg“ zu sichern. (Foto: Ebel, Sammlung Krause)

Exkurs: Eingangswagen sortieren

Wie an diesen beiden Fotos gezeigt wurden die Güterwagen in Münster unsortiert von der Staatsbahn für die WLE bereitgestellt. Die Ziele für diese Wagen konnten sowohl in oder um Münster Ost selber liegen, in den Bahnhöfen an der Strecke nach Neubeckum oder sogar hinter Neubeckum auf der Strecke nach Ennigerloh. Diese Wagen mußten also von der WLE sortiert werden.

Auf einem Gleisplan vom September 1954 ist neben dem Einfahrgleis auf dem Damm vor der Kanalbrücke ein sog. Abdrücksignal (Ra6-8) eingezeichnet. Aus Erzählungen von alten Bahnern ist mir bekannt, daß die bunt gemischten Eingangswagen umfahren und dann aus Richtung Neubeckum schiebend über die Kanalbrücke abgedrückt wurden und mit der Schwerkraft in die Gleise 2 bis 4 rollten. Die Weichen waren alle ortsbedient. Wie viele Rangierer waren wohl in einer solchen Aktion beschäftigt mit: Weichen stellen, Hemmschuhe auflegen, Abdrücksignal bedienen?

Und wie lange mag es gedauert haben einen Zug von vielleicht 30 Wagen zu zerlegen. Zwischendurch mußte ja das Streckengleis für Personenzugfahrten geräumt werden.

Ich selber meine mich noch an das Formsignal mit dem riesigen, weißen Flügel erinnern zu können. Wie lange hat es dort noch gestanden? Gibt es Fotos?

In den Jahren seit etwa 1965 wurden die Güterwagen über die andere Bahnhofsseite sortiert, durch Abstoßen in die Gleise 2 bis 4 und 13 bis 15. Und wenn dann der Bahnübergang morgens um 5 Uhr für eine Dreiviertelstunde blockiert war, wen hat´s gestört?

Weiter mit dem Tagesablauf im Bahnhof.

So sieht der Lokführer eines nach dem Hbf fahrenden Zuges die Durchfahrt durch den Bahnhof Ost: Signal J zeigt Hp2, Sperrsignal Hs1 zeigt Sh1 und die Schranken sind geschlossen.

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Die Zuglok VL 0636 von P 141 hat im Hbf umgesetzt und bringt nun Lr 944 nach Ost. Der Zugführer steigt noch aus und dann werden die Personenwagen auf die Abstellgleise aufgeteilt abgestellt. Fünf Wagen für den Lr 953 am Nachmittag und 2 Wagen für den Lr 941 am nächsten Morgen. (Foto: Riehemann)
An diesem Tag hat wohl VL 0633 Streckendienst und fährt nach dem Abstellen der Personenwagen zu neuen Aufgaben (Foto: Kappel)
Pt 1639 hat 1966 den Bahnübergang passiert und fährt nun zum Hbf (Foto: Todt, Sammlung EFW)
An diesem Tag in den 1970ern fährt ein Uerdinger Triebzug den Beckumer Umlauf und fährt nun in den Hbf (Foto: Kappel)
Am 10. September 1975 ist für Ng 602 noch ein Wagen für Ennigerloh im Güterbahnhof Münster eingetroffen. VL 0613 hat ihn aus dem Rangierbezirk R1 abgeholt und fährt nun entlang des Industrieweg nach Ost. (Foto: Riehemann)
Der Wagen mit den DB – Containern ist am Zugschluß von Ng 602 beigestellt und Lok VL 0613 kann sich weiteren Aufgaben zuwenden. (Foto: Riehemann)
Gegen Mittag fährt die DB Rangierabteilung noch einmal in den Stadthafen (Foto: Riegel)

Die Fahrten durch den Bezirk des Stellwerks am Nachmittag nach dem Buchfahrplan Sommer 1967

Im Februar 1977 kommt VL 0641 vom Güterbahnhof nach Ost zurück (Foto: Riegel)
1978 eine Mak 1600PA einige Güterwagen in den Rangierbezirk R1 gebracht und ist nun auf der Rückfahrt nach Ost (Foto: Heitkemper)

Im August 1970 hat DL 0031 noch einen eiligen Kühlwagen von der DB geholt und wird diesen noch bei Frugenta im Hafen oder der Ratio in der Loddenheide zustellen. (Foto: Kappel)

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Auszug aus dem verzerrten Gleisplan von Münster Hbf aus den 1960er Jahren. Die WLE kann über das Verbindungsgleis am Industrieweg in die Gleise 172, 173 und 174 ein- und ausfahren. Eine Verbindung zur DB gibt es aus dem Rangierbezirk R1 nur von Gleis 172. (Sammlung Riegel)

Am Nachmittag kommt ein Triebwagen vom Hbf um nach Neubeckum oder Ennigerloh zu fahren. An der Zugspitze VS 1502. (Foto: Kappel)

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Nach Einstellung des Personenverkehrs verbleiben nur 2 Güterzugpaare zwischen Münster und Neubeckum. An einem Nachmittag 1977 steht VL 0636 bereit um einige leere Schotter- und Gaskesselwagen nach Neubeckum zu bringen. (Foto: Stöver)

Auf dem Stellwerk

Dienst im Stellwerk Münster Ost in den 1960er Jahren (Foto: Archiv WLE)

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Die Hebelbank 1978 (Foto: Riegel)
Das Blockwerk, die Fahrstraßenhebel und die Signalschalter 1978 (Foto: Riegel)
Der Verschlußplan nach Abbau der Abstellgleise für die Personenwagen im alten Pbf 1978 (Archiv WLE)
Anfang der 1980er Jahre wird die Straßen- und Gleisführung verändert und der neue BÜ über eine Lichtzeichenanlage mit Halbschranken gesichert. Die Gleise zum Stadthafen sind jetzt wieder bevorrechtigt, so wie vor 1903 vor dem Bau der WLE. Der „Klotz“ liegt in Höhe des Wartezeichens im WLE Gleis. (Archiv WLE)
Alles in Handweichen 1985 (Foto: Sczepan)

Quellen

Sammlung Christoph Riegel

Archive WLE, Lippstadt und Soest

Kückmann, Beyer, Von Warstein bis ins Münsterland, DGEG Medien

Diverse Netzfunde