Vorwort
In den Jahren ab 1930 suchte die WLE nach weiteren Lokomotiven besonders für den Personenverkehr. Die ab 1910 in Dienst gestellten C 1´ Maschinen hatten sich gut bewährt und man suchte nach etwas ähnlichem. Da traf es sich gut, daß sich die Reichbahn 1935 von einem größeren Bestand von preuß T9.3 Loks trennte. Die Loks standen, teils noch mit laufenden Fristen in verschiedenen Betriebswerken und wurden über Erich am Ende angeboten. Genau wie bei der preußischen Staatsbahn ab 1905 sollten diese Loks bei der WLE die restlichen T3 ersetzen.
Bauart
Nach verschiedenen Baureihen der T9 mit Achsfolge C 1´ wurden ab 1900 über 2000 Loks der Baureihe T9.3 an die preußischen Staatsbahn geliefert. Noch über 1500 Loks kamen zu Reichsbahn. Man wählte nun die Achsfolge 1´C, was die Laufeigenschaften verbesserte und eine Höchstgeschwindigkeit von 65 Km/h ermöglichte. Die Beschaffung erfolgte noch über das Jahr 1910 hinaus, fast alle Lokfabriken waren an der Herstellung beteiligt. Die Loks waren für den klassischen Nebenbahndienst ein großer Wurf.


Natürlich wurden auch an desen Loks einige Umbauten vorgenommen. Noch vor der Inbetriebnahme wurden vier Loks auf Heißdampf und Ventilssteuerung umgebaut. So zog sich die Inbetriebnahme bei der WLE über das ganze Jahr 1935 bis in das Folgejahr hin.

Betriebseinsatz
Die Loks wurden in den WLE – typischen Diensten vor Personen- und Nahgüterzügen eingesetzt. Die Aufschreibungen des Lehrlokführers für die Jahre 1954 und 1955 geben Aufschluß.

Von Warendorf und Münster aus ist diese Lok unterwegs.

Hier sind es hauptsächlich Personenzüge ab dem Bahnhof Münster die bespannt werden. Dazu gehören auch Fahrten die für Triebwagen im Umlaufplan vorgesehen waren.
Im Sommer 1954 ist die Strecke zwischen Neubeckum und Lippstadt dauerhafter Einsatzort.



Auch bei der 73 ist eine Beheimatung in Warendorf wahrscheinlich.
Am 12. Juli 1955 wird wohl nur der letzte Teil der Zugfahrt zwischen Neubeckum und Münster zur Beförderung anstehen, nicht die ganze Fahrt ab Anröchte.

Auch die Lok 74 hat in dieser Zeit einen starken Bezug zu Münster. Hier kann aber bei den Zügen 1637, 1645, 1650, 1655 eine Beförderung des Zuges über den ganzen Laufweg zwischen Münster und Lippstadt angenommen werden.



Bis zu einer Pause zwischen April 54 und August 55 (Hauptuntersuchung?) ist die Lok auf der Möhnetalbahn im Einsatz, danach in den bekannten Diensten zwischen Münster und Warendorf

Ein klassischer Umlauf war der „einer 70er“ der von Stadtlohn auf der Nordbahn. Mit einigen weiteren T3 und einem Triebwagen wurden dort alle Züge gefahren.



Und auch bei der Lok 77 ist ein Einsatz auf den Strecken zwischen Münster, Warendorf und Lippstadt dokumentiert. Auch hier sind einige Triebwagenersatzfahrten zu sehen.

Betriebsaufnahmen



Zusammenfassung
Durch Stillegungen im Personenverkehr ging der Bedarf ab 1960 für Personenzugloks stark zurück. Auch standen schon fünf „kleine MaK“ im Einsatz und drei Deutz Großdiesel. So konnte zwischen 1957 und 1962 auf alle dieser für die WLE typischen Dampfloks verzichtet werden.

Modell
Die Firma Liliput hatte schon früh ein Modell der Lok 77, auch für die WLE passend beschriftet, im Angebot. Allerdings waren die Laufeigenschaften nicht besonders. Nachdem die Firma Fleischmann ebenfalls ein Modell der T9.3 auf den Markt brachte gab es auch hier eine Händler Sonderbeschriftung für die WLE.
Da die beiden in „Westlippe“ vorhandenen Loks dieser Baureihe kein genaues Vorbild haben, wurden sie als Lok 78 und Lok 79 in Dienst gestellt. Der Modellbau und die Lackierung erfolgte wieder bei Ole Lebek.

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Auch bei den 1´C Lokomotiven ist eine ELNA im Einsatz. Diese wurde von Ole nach dem Vorbild der TWE 152 gestaltet.

Quellen
Sammlung Christoph Riegel
Archiv WLE Soest und Lippstadt
Risse, Krause, Die Dampflokomotiven der WLE, DGEG Medien
Obermayer, Taschenbuch Deutsche Dampflokomotiven, Franckh´sche Verlagshandlung
FREMO WLE Zoom
Diverse Netzfunde