DL 71 bis 77

Vorwort

In den Jahren ab 1930 suchte die WLE nach weiteren Lokomotiven besonders für den Personenverkehr. Die ab 1910 in Dienst gestellten C 1´ Maschinen hatten sich gut bewährt und man suchte nach etwas ähnlichem. Da traf es sich gut, daß sich die Reichbahn 1935 von einem größeren Bestand von preuß T9.3 Loks trennte. Die Loks standen, teils noch mit laufenden Fristen in verschiedenen Betriebswerken und wurden über Erich am Ende angeboten. Genau wie bei der preußischen Staatsbahn ab 1905 sollten diese Loks bei der WLE die restlichen T3 ersetzen.

Bauart

Nach verschiedenen Baureihen der T9 mit Achsfolge C 1´ wurden ab 1900 über 2000 Loks der Baureihe T9.3 an die preußischen Staatsbahn geliefert. Noch über 1500 Loks kamen zu Reichsbahn. Man wählte nun die Achsfolge 1´C, was die Laufeigenschaften verbesserte und eine Höchstgeschwindigkeit von 65 Km/h ermöglichte. Die Beschaffung erfolgte noch über das Jahr 1910 hinaus, fast alle Lokfabriken waren an der Herstellung beteiligt. Die Loks waren für den klassischen Nebenbahndienst ein großer Wurf.

Auszug aus dem Betriebsmittelverzeichnis (Sammlung Riegel)
Ansichtszeichnung ebenfalls aus dem Verzeichnis der WLE (Sammlung Riegel)

Natürlich wurden auch an desen Loks einige Umbauten vorgenommen. Noch vor der Inbetriebnahme wurden vier Loks auf Heißdampf und Ventilssteuerung umgebaut. So zog sich die Inbetriebnahme bei der WLE über das ganze Jahr 1935 bis in das Folgejahr hin.

Betriebseinsatz

Die Loks wurden in den WLE – typischen Diensten vor Personen- und Nahgüterzügen eingesetzt. Die Aufschreibungen des Lehrlokführers für die Jahre 1954 und 1955 geben Aufschluß.

Von Warendorf und Münster aus ist diese Lok unterwegs.

Da ein Foto der 71 nicht bekannt ist hier als Platzhalter die Lok 75 im Jahr 1956 bei der Ausfahrt aus Warendorf, kurz vor Stillegung dieser Strecke (Foto: Archiv WLE)

Hier sind es hauptsächlich Personenzüge ab dem Bahnhof Münster die bespannt werden. Dazu gehören auch Fahrten die für Triebwagen im Umlaufplan vorgesehen waren.

Im Sommer 1954 ist die Strecke zwischen Neubeckum und Lippstadt dauerhafter Einsatzort.

Am 8. Septmber 1959 ist Lok 72 in der Hauptwerkstatt abgestellt (Foto: Peter W. Gray/Rail Archive Stephenson)

Auch bei der 73 ist eine Beheimatung in Warendorf wahrscheinlich.

Am 12. Juli 1955 wird wohl nur der letzte Teil der Zugfahrt zwischen Neubeckum und Münster zur Beförderung anstehen, nicht die ganze Fahrt ab Anröchte.

Da auch von Lok 73 kein Foto bekannt ist hier die Lok 75 in Münster Ost Pbf (Foto: Archiv WLE)

Auch die Lok 74 hat in dieser Zeit einen starken Bezug zu Münster. Hier kann aber bei den Zügen 1637, 1645, 1650, 1655 eine Beförderung des Zuges über den ganzen Laufweg zwischen Münster und Lippstadt angenommen werden.

Lok 74 war am 20. Mai 1961 auf der Nordbahn im Einsatz und dort im letzten verbliebenen Lokumlauf (Foto: Wolff, Achiv WLE)

Bis zu einer Pause zwischen April 54 und August 55 (Hauptuntersuchung?) ist die Lok auf der Möhnetalbahn im Einsatz, danach in den bekannten Diensten zwischen Münster und Warendorf

Am 23. August 1950 rangiert Lok 75 in Soest Thomätor (Foto: Ott, Archiv WLE)

Ein klassischer Umlauf war der „einer 70er“ der von Stadtlohn auf der Nordbahn. Mit einigen weiteren T3 und einem Triebwagen wurden dort alle Züge gefahren.

Am 8. Mai 1954 (siehe oben!) rangiert Lok 76 in Stadtlohn (Foto: Archiv WLE)

Und auch bei der Lok 77 ist ein Einsatz auf den Strecken zwischen Münster, Warendorf und Lippstadt dokumentiert. Auch hier sind einige Triebwagenersatzfahrten zu sehen.

Am 23. April 1957 ist Lok 77 im Bw in Lippstadt (Foto: Schambach)

Betriebsaufnahmen

Am 20. Mai 1961 wird Lok 74 in Stadtlohn bekohlt (Foto: Wolff, Archiv WLE)
Lok 75 im Jahr 1962 in der Hauptwerkstatt (Foto: Gerke, Sammlung CvN)
Lok 75 verläst Belecke mit einem Personenzug nach Brilon (Foto: Archiv WLE)

Zusammenfassung

Durch Stillegungen im Personenverkehr ging der Bedarf ab 1960 für Personenzugloks stark zurück. Auch standen schon fünf „kleine MaK“ im Einsatz und drei Deutz Großdiesel. So konnte zwischen 1957 und 1962 auf alle dieser für die WLE typischen Dampfloks verzichtet werden.

Modell

Die Firma Liliput hatte schon früh ein Modell der Lok 77, auch für die WLE passend beschriftet, im Angebot. Allerdings waren die Laufeigenschaften nicht besonders. Nachdem die Firma Fleischmann ebenfalls ein Modell der T9.3 auf den Markt brachte gab es auch hier eine Händler Sonderbeschriftung für die WLE.

Da die beiden in „Westlippe“ vorhandenen Loks dieser Baureihe kein genaues Vorbild haben, wurden sie als Lok 78 und Lok 79 in Dienst gestellt. Der Modellbau und die Lackierung erfolgte wieder bei Ole Lebek.

.

Auch bei den 1´C Lokomotiven ist eine ELNA im Einsatz. Diese wurde von Ole nach dem Vorbild der TWE 152 gestaltet.

Quellen

Sammlung Christoph Riegel

Archiv WLE Soest und Lippstadt

Risse, Krause, Die Dampflokomotiven der WLE, DGEG Medien

Obermayer, Taschenbuch Deutsche Dampflokomotiven, Franckh´sche Verlagshandlung

FREMO WLE Zoom

Diverse Netzfunde