DL 91 bis 98

Vorwort

Nachdem die Lokomotiven der Cv2nt Bauart Nummern 84 und 85 bei Borsig in Auftrag gegeben wurden, fanden Gespräche mit dieser Lokfabrik im Folgejahr statt. Es wurden Zeichnungen einer möglichen Folgeserie mit der Achsfolge C 1´ dem Vorstand der WLE vorgestellt. Durch die Schleppachse konnten die Vorräte (Kohle und Wasser) gegenüber den zuvor gebauten Lokomotiven vergrößert werden. So konnte die WLE diese neuen Loks auch vor langlaufenden Personenzügen der Strecken Warendorf – Neubeckum – Münster und Soest – Belecke – Brilon Stadt durchgehend einsetzen.

Bauart 91 bis 96

Es wurden zwei Serien von jeweils 3 Loks bestellt, welche 1910 und 1912 geliefert wurden.

Auszug aus dem Betriebsmittelverzeichnis (Sammlung Riegel)
Original Fabrikzeichnung (Archiv WLE)
Lok 96 am 8. September 1951 im Bw Lippstadt (Foto: Rail Archive Stephenson, Archiv WLE)

Bauart 97 und 98

Im Jahr 1925 wurden Gespräche mit der Hanomag über neue, zusätzliche Personenzugloks aufgenommen. Es sollten moderne Maschinen werden, die den gerade in der Entwicklung befindlichen Einheitsloks der Reichsbahn ebenbürtig sein sollten. Auch nach dem Ende des Lokbaus bei Hanomag fanden diese Loks Eingang in den Henschel Produktkatalog.

Eine Ähnlichkeit zu den zwei Jahre später folgenden Güterzugloks (siehe DL 106 und DL 107) ist unverkennbar.

Auszug aus dem Betriebsmittelverzeichnis (Sammlung Riegel)

Allerdings gab es bei diesen beiden Maschinen einige Kinderkrankheiten. So war die Wahl, die Treibstange auf die dritte Achse wirken zu lassen sehr ungünstig. Die Loks neigten zum Schlingern und bei höherer Geschwindigkeit zur Entgleisung. So wurde das Triebwerk 1935 umgebaut und die Kraft wurde nun auf die mittlere der drei Achsen übertragen. Die Steuerung wurde aber weiter von der dritten Achse betätigt.

Nach den guten erfolgen mit den 1´C1´ Loks der Reihe DL 31 bis 35 sollten weitere Maschinen mit dieser Achsfolge für den Personenverkehr entstehen. Man entschloß sich in den 1950er Jahren die recht jungen Loks 97 und 98 bei Henschel umbauen zu lassen. Mehr hierzu bei der Beschreibung dieser Lokbaureihe.

Im Mai 1952 vor dem Umbau bei Henschel im Bw Lippstadt (Foto: Archiv WLE)

Betriebseinsatz

Die Loks wurden in den WLE – typischen Diensten vor Personen- und Güterzügen eingesetzt. Die Aufschreibungen des Lehrlokführers für die Jahre 1954 und 1955 geben Aufschluß.

Lok 91

Sie ist im Einsatz von Münster aus, meist vor Personenzügen

Lok 92

Lok 92 wurde im Krieg zerstört, aber noch 1947 in der Hauptwerkstatt angetroffen (Foto: Archiv WLE)

Lok 93

Diese wurde 1955 ausgemustert und ist den Aufschreibungen nicht mehr zu finden.

Lok 94

Zug 1636 wurde vom Lehrlokführer häufig benutzt um morgens früh zurück nach Lippstadt zu kommen. Und ebenso häufig kam Lok 94 im Jahr 1954 vor diesem Zug zum Einsatz.

Lok 94 noch mit Ventilsteuerung in Warstein (Foto: Archiv WLE)
1962 hat die Lok schon wieder Kolbensteuerung, Münster Ost Pbf (Foto: Sammlung Krause)

Lok 95

Bis März 1955 war Soest Thomaetor die Heimat von Lok 95. Nach einer Zeit in der Hauptwerkstatt kam sie nach Münster.

Lok 95 mit stolzem Betriebspersonal (Foto. Archiv WLE)

Lok 96

Personenzüge zwischen Lippstadt und Warstein, oder von Lippstadt nach Neubeckum wurden vom Bw Lippstadt aus gefahren.

Lok 96 abgestellt 1962 in der Hauptwerkstatt (Foto: Gerke, Sammlung CvN)

Betriebsaufnahmen

in den 1930er Jahren ist eine Lok dieser Bauart mit einem Personenzug aus Soest in Völlinghausen eingetroffen (Foto: Archiv WLE)

Eine ebenfalls unbekannte Lok verlässt Lippstadt („am Gaswerk“) mit einem Personenzug nach Warstein (Foto: Archiv WLE)

DAS klassischen Bild von der WLE, Lok 94 hat die ersten Rangierarbeiten bei den Anschließern an der Hauptwerkstatt beendet und wartet in Lippstadt Nord auf den Abfahrauftrag nach Lippstadt Hbf (Foto: Rotthowe, Archiv WLE)
Am 3. April 1963 ist Lok 94 an der Hauptwerkstatt auf dem Weg nach Lippstadt Nord (Foto: Reimann, Archiv WLE)
In den 1960ern führt Lok 96 einen Personenzug nach Neubeckum vorbei am Stellwerk in Münster Ost (Foto: Archiv WLE)

Zusammenfassung

Durch Stillegungen im Personenverkehr ging ab 1960 der Bedarf für Personenzugloks stark zurück. So konnten nur DL 0094 und DL 0096 bis 1962 in Güter- und Übergabediensten angetroffen werden.

Modell

Hier gibt es nichts zu berichten.

Quellen

Sammlung Christoph Riegel

Archiv WLE Soest und Lippstadt

Risse, Krause, Die Dampflokomotiven der WLE, DGEG Medien

FREMO WLE Zoom

Diverse Netzfunde