Bis zum Ende der 1920er Jahre hatte die WLE in der Regel fabrikneue Personenwagen bei unterschiedlichen Herstellern gekauft. Im Jahr 1930 begann die Beschaffung von gebrauchten Fahrzeugen, welche auch noch umgebaut werden mussten. Hier soll es um drei Exoten gehen, die ihr Lebensende bei der WLE verbrachten.
BC4i 251
Bei diesem Wagen handelt es sich um einen Salonwagen des Hauses „von Thurn und Taxis“ aus Regensburg. Dieser wurde 1910 bei der Wagonfabrik Rathgeber gebaut und war bis zu seinem Verkauf unter der Wagennummer „Regensburg 10 003“ im Einsatz.


Der Wagen war als Salon- und Schlafwagen im Einsatz und wurde an die Firma Erich am Ende in Berlin verkauft.
Diese verkaufte ihn 1938 weiter an die WLE, welche ihn 1939 / 1940 zu einem Personenwagen mit zwei 2. Klasse Abteilen und drei Großräumen der 3. Klasse umbaute.
Besonders die Entfernung aller Dachaufbauten und -lüfter ist bemerkenswert.
(Foto: Archiv WLE)
.

Der Wagen wurde als 251 in Betriebgenommen und mit den anderen umgebauten 4-Achsern auf dem Südnetz zwischen Lippstadt, Warstein, Soest und Brilon eingesetzt. Die Kriegswirren überstand er unbeschadet. Zu Beginn der 1950er Jahre wurde die neue Nummer 2251 an den Wagen vergeben.


In den 1960er Jahren wurde der 2251 in dem Ersatzzug für Triebwagen mit Dampfbespannung fest eingesetzt und so von vielen Eisenbahnfreunden abgelichtet. Mit dem Einsatz der ehemaligen Triebwageneinheit 1021 / 1522 (siehe dort) für diesen Zweck wurde 2251 im Jahr 1972 überflüssig und verschrottet.


BC4i 252
Ebenfalls von Erich am Ende wurde 1939 ein weiterer Schlafwagen der ISG gekauft und bei Schollmeyer und Mahler in Witten umgebaut.



Die Unterscheidung des ab 1951 Nr. 2252 genannten Wagens von seinen ISG – Geschwistern 2109 und 2110 ist durch die unterschiedliche Fensterteilung relativ gut möglich. Dem 252 fehlt das zusätzliche kleinere Fenster am 1. Klasse Ende.

Auf dem obigen Bild ist die abblätternde Farbe recht gut zu erkennen. Hierdurch und durch das Foto rechts wird belegt, dass die Teakholzwagen 2109, 2110 und 2252 bei der WLE den üblichen, dunkelgrünen Anstrich erhalten haben.
(Foto: Netzfund)

.
Im Sommer 1964 wurde 2252 in Anröchte abgebrannt und verschottet.
BC4i 253
Dieser Letzte aus den in den 1930er Jahren gebraucht gekauften Wagen hat eine besondere Geschichte.
Er wurde 1890 von Linke-Hoffmann gebaut und war Teil des Kaiserlichen Hofzuges als Speisewagen Nr. 7. Um 1921 kam der Wagen zur Mitropa, die ihn in der typisch roten Lackierung als Wagen 51 in internationalen Schnellzügen einsetzte. 1939 kaufte Erich am Ende den Wagen und verkaufte ihn noch im gleichen Jahr an die WLE.

In den Jahren 1941 bis 1943 wurde der Wagen zum 253 umgebaut.

Auch dieser Wagen wurde erst im Südnetz eingesetzt, aber bald auch in den Ersatzzügen verwendet.



1969 wurde der Wagen an die Eisenbahnfreunde Beckum verkauft, im Jahr 1970 aber verschrottet.
Quellen
Sammlung Christoph Riegel
Archive WLE, Lippstadt und Soest
Diverse Netzfunde