Eine kleine Haltestelle auf den Höhen der Haar. Wie viele Umbauten und Änderungen so ein kleiner Bahnhof über die Jahre erlebt ist schon bemerkenswert.

Zwischen Soest und Belecke an der Möhnetalbahn, hier noch nicht im Tal, liegt ist das Dorf Echtrop.
Der Ort liegt an dem Höhenweg, der auf dem Haarstrang von West nach Ost entlangführt. Ab Soest steigt die Bahnstrecke durch die Bördelandschaft in großen Schleifen auf die Anhöhe.
Die Bahnanlagen liegen auf der höchsten Stelle und nach dem Bahnhof beginnt der Abstieg in das Möhnetal zum Stausee und nach Wamel, ebenfalls in Schleifen und Bögen.
Ab dort geht es dem Fluß zur Quelle folgend bis nach Brilon bergauf.


Die Strecke von Soest nach Belecke wird am 1. Dezember 1899 für den Personen- und Güterverkehr eröffnet. Echtrop erhält auf Betreiben des Gastwirts Risse eine Ladestelle und einen Bahnsteig, wie der Plan von 1905 zeigt.

Auf diesem Plan ist das Haus Risse noch nicht eingezeichnet, muß aber vorhanden gewesen sein, denn Risse übernahm die Aufgaben als Bahnagent und verkaufte auch Fahrkarten für die Züge der WLE.
Vom 4. Dezember 1912 gibt ein Schreiben aus dem Amt Körbecke an die WLE mit dem Vorschlag, den Bahnsteig und die Wartehalle auf die andere Seite der kreuzenden Straße und an das Gasthaus zu verlegen. Dies würde den Fahrgästen zu Gute kommen und der Gastwirt würde Grund und Boden für den neuen, längeren Bahnsteig zur Verfügung stellen.
Zeitschiene
Old 1926

Zum 1. April 1912 übernimmt Bernard Heckenkamp das Gasthaus und auch die Aufgaben des Agenten. Der Plan zeigt: der Bahnsteig ist verlegt und der Bahnhof wurde um eine weitere Weiche und ein langes Abstellgleis (Gleis 2) verlängert. Für dieses Abstellgleis wurde ein Damm neben dem nach Wamel abfallenden Streckengleis aufgeschüttet. Das zusätzliche Gleis wurde für die Güterzüge benötigt, die am Abend aus dem Möhnetal nach Soest fuhren. Wurde ein gewisses Zuggewicht überschritten wurde ein ersten Zugteil von Wamel nach Echtrop gebracht und in Gleis 2 abgestellt. Nun holte die Zuglok den Rest des Zuges den Berg hinauf und in Echtrop wurden die Teile wieder vereinigt. Nach Soest ging es von hier nur berab und man sparte sich die Zuführung einer weiteren Lok von Soest zur Unterstützung.
Ansonsten fuhren über den Tag verteilt in jede Richtung 5 Personenzüge, die in Echtrop hielten. Im Güterverkehr wurden die Bahnhöfe auf der Soester Seite der Haar mit einer Übergabefahrt von Soest aus bedient.
IIIa 1955

Das lange Abstellgleis ist zwar noch vorhanden, aber gesperrt wie Fotos zeigen. Der Personenfahrplan mit 5 Zugpaaren hat sich nicht verändert, aber die Einstellung dieser Fahrten zum 28. Mai 1960 zeichnet sich bereits ab. Im letzten Jahr fährt nur noch morgens ein Personenzug ab Wamel nach Belecke und kehrt als Schülerzug nach Soest zurück. Für gesteigerten Güterverkehr wir bei Bedarf schon mittags ein Zug von Belecke nach Soest gefahren, ansonsten bleibt es beim abendlichen Nahgüterzug und der Bedienung von Soest aus.


In diese Zeit fällt such die Planung für ein Neubaugebiet in der Nähe des Bahnhofs.

IIIb 1966
Der Personenverkehr ist eingestellt und für den Gütertransport fährt ein Nahgüterzug sehr früh morgens von Belecke nach Soest und am Vormittag zurück nach Belecke. An der Bedienung der Bahnhöfe nördlich der Haar durch eine Übergabefahrt von Soest bei Bedarf ändert sich nichts.

Allerdings entdecken Eisenbahnfreunde die WLE für ihre Sonderfahrten. Am 3. September 1966 fahren die Eisenbahnfreunde Hannover mit einem Gesellschaftswagen im Personenzug von Lippstadt nach Warstein und als Sonderfahrt von Warstein nach Soest. Natürlich gezogen von einer Dampflok, der DL 0122. Ab Wamel wird die Fahrt nach Soest nur mit dem Gesellschaftswagen abgeschlossen.


Am 13. April 1969 fährt die DGEG mit einem von Hannover kommenden Sonderzug von Soest noch einmal nach Belecke, in Allagen beim Fotohalt werden die Teilnehmer von einem Schneeschauer überrascht.

Wie auf diesen Fotos zu erkennen ist, wurden die Gleisanlagen etwa um 1965 noch einmal umgebaut.

IV 1972
Am 17. April 1970 endet der Betrieb zwischen Soest Süd und Belecke und die Strecke wird in den nächsten Monaten abgebaut.



Gebäude

Im Jahr 1955 wird vom Architekt die Zeichnung für Umbauten am Gasthof erstellt, aber erst 1963 werden diese Bauarbeiten genehmigt. Dazwischen wurde der Personenzugverkehr eingestellt und vielleicht verzögerte sich die Umsetzung auch dadurch. Die Wartehalle der WLE ist baugleich mit der in Cappel (siehe dort).
Nach dem Abbau der Strecke entstand ein Radweg auf dem Unterbau.

Modell
Für eine Umsetzung des Bahnhofs in FREMO Module gibt es bereits eine Planung. Auch an eine Steigung auf den ersten Metern rechts und links von den Bahnübergängen wurde gedacht.

Quellen
Sammlung Christoph Riegel
Archiv WLE, Lippstadt und Soest
Sammlung Haus Dassel
FREMO WLE Zoom Februar 2025
Diverse Netzfunde