Vorbemerkung
In diesem Beitrag werden Anschlüsse auf den “Quertreibern” beschrieben. Ob sich diese am Stammgleis Süd, in der Rothen Erde oder auch an einem anderen Bahnhof befinden, ist von Treffen zu Treffen unterschiedlich
Hagemann
Entstehung
Was macht eigentlich ein Apparatebau? Es werden wohl Anlagen zu Be- oder Verarbeitung oder Verpackung vor Roh- oder Hilfsstoffen sein. Das sagt auch nichts viel aus – stimmt. Aber es gab einen Anschluß Hagemann in Beckum Ost, direkt am Bahnübergang. Und dort stand fast immer ein Hbis zur Be- oder Entladung. Auf dem Modul wurde mit Hilfe einer bereits vorhandenen Walthers Halle ein Kunde geschaffen. Auch mit dem Ziel, Leerwagen wieder neu beladen zu können.
Beschreibung
Eine große, moderne Blechhalle mit einem innen liegenden Gleis.
Ladestellen
In der Halle
Wareneingang per Bahn
Rohstoffe (Bleche, Metalprofile, Rohre,…), Halbfabrikate – Kmk, G, Rl
63 – 0, 69 – 5, 78 – 4
Warenausgang per Bahn
Anlagen in Kisten, unter Planen – G, Rlm, Om
63 – 0, 69 – 3, 78 – 2
Und sonst
Eigentlich eine Resteverwertung: Platz auf Modul, Gebäude, Idee.

Teerschotter
Entstehung
Für einen Baustoffhändler und ein Straßenbauunternehmen wurde auf der WLE im Binnenverkehr Schotter in verschiedenen Körnungen von Warstein nach Münster Ost befördert. Der Straßenbauer hat seine Lagerplätze und Mischanlage in einem Geländedreieck zwischen Umgehungsstraße, Dortmund-Ems-Kanal und WLE Strecke. Die Entladung fand vom Streckengleis aus statt, welches hier allerdings noch ein Bahnhofsgleis war (siehe Beitrag „auf Bahnhof Münster Ost“ in der Reihe Steine). Über viele Jahre liefen täglich Wagengruppen oder Ganzzüge mit bis zu 25 Wagen in dieser Relation.
Beschreibung & Ladestellen
Auf dem durchgehenden Industriestammgleis befindet sich ein Bodentrichter aus dem per Förderband das Ladegut auf verschiede Lagerplätze verteilt wird. Somit ist eine Durchfahrt während der Entladung nicht möglich.
Wareneingang per Bahn
Schotter – Otm – Hillenberg
Sand – Otm – Bülthausen?
63 – 25, 69 – 35, 78 – 30
Warenausgang per Bahn
nichts
Und sonst
?


Vox Kaffee
Entstehung
Viel „Gehirnschmalz“, Recherche, Nachforschung steckt in so manchem, meist erfundenen, Güterkunden.
Wie schön ist es, einmal alles fertig aufbereitet übernehmen zu können. „Das Gold der Tropen“ heißt das kleine Büchlein zum 40 jährigen Bestehen des VOX-Kaffee-Werkes in Münster (Westf.), herausgegeben 1963 im Eigenverlag von einer wirklich guten Marketingabteilung. Alles zu Kaffee, Tee, Kakao und Kaffeeersatzprodukten (!); vom Wachsen, Transport, über die Verarbeitung und Vermarktung. Besonders Interessant das Kapitel „Freihafen im Binnenland“ (she. unten).
Amerikanische Vorbilder waren wohl für die damals in Deutschland einzigartige Vertriebsstruktur verantwortlich: 300 Verkaufsfahrer mit Ihrem Fahrzeug (VW-Bulli oder Borgward Transporter) werden direkt vom Werk mit Lkw beliefert und verkaufen an rund 100.000 Supermärkte und Lebensmittelgeschäfte; so viele gab es damals noch. Es wird 1963 sogar schon im Fernsehen für Vox-Kaffee geworben.
Und wenn dann noch die Zubehörindustrie das Thema aufgreift und die richtigen Werbe-Lkw liefert, was will man mehr.
Beschreibung
Ein passender Walthers Bausatz (mal wieder) „aufgefaltet“ wirkt großzügig und angemessen. Das Gleis liegt in der Hoffläche und an einer Rampe, zusätzlich genug Platz für das Aufstellen der rollenden Werbetafeln.
Ladestellen
Der täglich eintreffende Rohkaffee wird an der Rampe entladen, ebenso Verpackungsmaterial. Auf dem Hof werden Box-Behälter auf BT Wagen mit Fertigprodukten beladen. Eine Variante, die ich zum Vertriebskonzept hinzugefügt habe.
Wareneingang per Bahn
Rohkaffee in Säcken – Gm – Hamburg, Rotterdam, Antwerpen
Verpackungsmaterial – Gm
63 – 8, 69 – 8, 78 – 2
Warenausgang per Bahn
Röstkaffee vakuumverpackt – BT
63 – 2, 69 – 1, 78 – 0
Und sonst
Vox war nur eine von mehreren Röstereien in Münster, eine weitere gab es bei meinem Lehrbetrieb. Ich bin mit dem Geruch der Röstung in der Nase sozusagen aufgewachsen.




