Die GA
Entstehung
Wohl in jedem Bahnhof gibt es einen Güterschuppen. Aber was ist eine GA (Güterabfertigung)?
Die große Bahn teilte Ihre Aktivitäten in verschiedene Bereiche auf: Maschinen = Lokomotiven und Wagen, Betrieb = Fahren der Züge & Rangieren, Verkehr = Personen und Güter, und noch einige weitere. Die gesamte verkehrliche Verwaltung der Güterströme in einem Bahnhof wird durch die GA abgewickelt, auch alle dazu gehörenden Tätigkeiten. Dieses sind zum Beispiel: Entgegennahme der Bestellungen von leeren Güterwagen; Führen des Bestellbuchs für die Weitergabe dieser Kundenwünsche; Mitteilung an die Kunden, wenn Wagenladungen an öffentlichen Ladestellen eingetroffen sind; Bearbeitung der Frachtpapiere und Berechnen der Frachtkosten; Abwicklung des Stückguts.
Was war noch mal Stückgut? Wenn ein Versender einen ganzen Wagen für seine Ware alleine benötigt, ist es eine Wagenladung. Alles was weniger ist, wird als Stückgut mit Waren anderer Kunden zusammen in einen Wagen verladen. Dies geschieht am Güterschuppen. Da natürlich nicht immer genügend Waren für jeden möglichen Zielbahnhof in einem Abgangsbahnhof zusammen kommen, müssen diese Waren unterwegs „umsteigen“. Dies wird von fleißigen Arbeitern in den Umladehallen erledigt. So werden wir alle Stückgutwagen von unseren Modellbahnhöfen zu der einen zuständigen Umladehalle (Farbe Orange) senden. Dies sind die sog. Umladewagen (Uw). Die an unseren GA eintreffenden Wagen sind zumeist Orstwagen (Ow), können aber auch Kurswagen (Kw) sein, wenn sie nicht nur für eine GA Stückgut enthalten (wegen zu geringem Aufkommen). Allen gemeinsam ist die Bezeichnung Gsw (geschlossene Stückgutwagen), nicht weil sie ein Dach haben, sondern weil sie in sich geschlossen sind, nur Stückgut befördern.
An den Güterschuppen gibt es auch meist offene Rampen. Diese dienen zum Verladen von besonderen Stückgütern (entzündlich, feuergefährlich, explosiv, giftig, radioaktiv, ätzend, übelriechend, etc.) in offenen Wagen, die betrieblich als Feuergutwagen bezeichnet werden. Somit ist auch dieser ein Gsw.
Noch ein Hinweis: Da Gsw im Rahmen von Beförderungsplänen an jedem Werktag verkehren, also im Extremfall auch mit nur einigen wenigen Frachtstücken, sind hier möglichst kurze Wagen vorzusehen, also Gms53, G10 oder ähnliches (und auf keinen Fall etwas mit bunter – beinahne Bierwagen – Werbung, wie im Beitrag AEG zu sehen).
Beschreibung
Es war über lange Jahre ein Papiermodell, der Güterschuppen in Neulippertor, aber schon mit den Ausmaßen des gewünschten, fertigen. Der jetzige Schuppen soll die über die Jahre vorgenommenen Erweiterungen der Lager- und Umladefläche darstellen. Stückgut wird auch weiterhin einem wichtigen Anteil an den Transporten hier in Neulippertor haben.
Wareneingang per Bahn
Stückgut – Gs
63 – 7, 69 – 9, 78 – 15
Warenausgang per Bahn
Stückgut – Gs
63 – 9, 69 – 10, 78 – 20
Und sonst
Ab dem 1. Juni 1970 veränderte die DB ihre Abwicklung des Stückgutverkehrs. Der Vor- und Nachlauf wurde dem Lkw übertragen und die Anzahl der GA´s auf 1000 in Westdeutschland reduziert. Das hatte auch Auswirkungen auf Privatbahnen, denen auch zum Teil neue, größere Einzugsgebiete zufielen. Daher die Zunahme der Wagenzahl in 1978.




Da auf dem Vorplatz vor dem Güterschuppen und dem Empfangsgebäude ein reger Umsteigeverkehr zu den Bussen der „Kraftverkehr Westlippe (KVW)“ stattfindet sind hier auch Haltestellen und Warteplätze für die Busse.
