Vreden

Der Bahnhof im Luftbild 1983 (Foto: TIM Online)

Ausgrabungen bestätigen das dieser Teil des westlichen Münsterlandes bereits seit ca. 10.000 Jahren besiedelt ist. Der Ort Vreden wird um 840 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Im Jahr 1252 kommt es zu einer bemerkenswerten Zusammenarbeit der Bistümer Köln und Münster bei der Gründung der Stadt. In den Folgejahrhunderten ist der Ort mehrmals abgebrannt, aber immer wieder aufgebaut worden und der Hanse beigetreten. Im Westfälischen Frieden wird der Grenzverlauf zwischen den Bistümern Utrecht und Münster festgelegt und bildet bis heute die Grenze zu den Niederlanden. Mit beginnender Industriealisierung werden Spinnereinen und Textilfabriken gegründet. Um das Grenzland auch mit der Eisenbahn zu erschließen wird die WLE beauftragt die Nordbahn zu bauen. Sie wird am 1. Oktober 1902 eröffnet.

Die Nordbahn als Ausschnitt aus der WLE – internen Streckenkarte (Archiv WLE)

Bahnhof

Das Empfangsgebäude am 8. April 1978 (Foto: Riegel)

Als Endbahnhof einer unter 10 km langen Nebenstrecke hatte Vreden auch die Möglichkeit für eine Lokübernachtung erhalten. Allerdings ist auch schon in den 1930er Jahren nichts mehr dazu dokumentiert.

Gleisplan etwa 1930 (Sammlung Riegel)

Über die Jahrzehnte ändert sich nur wenig. Ein Anschließer (Tonindustrie) ist neben der Rampe dazu gekommen, Der Landhandel hat eine Wagondrehscheibe bekommen und in den Lokschuppen liegt noch ein Gleis.

Gleisplan etwa 1950 (Sammlung Riegel)
DL 0074 rangiert am 20. Mai 1961 (Foto: Wolff, Archiv WLE)

Ob alle Änderungen im Gleisplan wirklich zum Zeitpunkt des Umbaus eingetragen wurden ist wie immer nicht nachweisbar. Auf einer der letzten Versionen haben sich einige Gleisverbindungen verschoben und die Weichen in der Mitte des Bahnhofs sind auf wenige Meter zusammengezogen. Als Gerd Wolff 1961 im Bahnhof fotografierte hatte der Lokschuppen keinen Gleisanschluß mehr, aber die Verbindung zu Gleis 5 lag noch näher am Güterschuppen.

Gleisplan etwa 1980 (Sammlung Riegel)

Da mit den Jahren der Ort Vreden immer mehr um den Bahnhof gewachsen war lohnte es sich Flächen frei zu räumen und zu verkaufen. Dies ist der einzige bekannte Gleisplan auf Basis einer alten Katasterkarte.

Gleisplan 24. März 1983 (Archiv WLE)

Zum 1. April 1984 änderte sich die Bedienung der Nordbahn. Die WLE zog die eigenen Fahrzeuge und das Betriebspersonal ab und übergab den Betrieb der Reststrecke Borken – Stadtlohn – Vreden an die DB. Gleise und Anlagen verblieben im Eigentum der WLE. Es konnten weitere Grundstücke verkauft werden.

Gleisplan 6. August 1984 (Archiv WLE)

Am 30. Januar 1988 endete auch die Bedienung durch die DB und der Rest der Nordbahn wurde stillgelegt.

Zeitschiene

Old 1928

Die Stichbahn wird von einigen Zügen von Stadtlohn aus bedient. Ab 1928 sind sogar zwei Zugpaare mit dem neuen Triebwagen zu verzeichnen.

So könnte ein Personenzug zwischen Vreden und Stadtlohn 1935 aufgesehen haben (Foto: Netzfund)
Auf der Nordbahn waren in dieser Epoche die „Teckel“ der T3 Bauarten im Einsatz (Foto: Archiv WLE)

IIIa 1955

Geblieben sind drei Zugpaare, von denen zwei als Gmp durchgeführt werden und einer als reiner Güterzug.

Ein Personenzug in Vreden vor 1958 (Foto: Netzfund)
DL 0054 mit einem Gmp am 8. Mai 1954 (Foto: Archiv WLE)
DL 0054 rangiert in Vreden am 8. Mai 1954 (Foto: Archiv WLE)

IIIb 1961

Der Personenverkehr nach Vreden endet am 1. Juni 1958 und somit verkehren noch ein bis zwei Übergaben pro Tag nach Vreden.

Nach der Ankunft in Vreden am 20. Mai 1961, Lok DL 0074 ist schon abgehangen und beginnt gleich mit dem Rangiergeschäft (Foto: Wolff, Eisenbahnstiftung)
Man hat umgesetzt und vorher wurden die Wagen am Güterschuppen ausgetauscht (Foto: Wolff, Eisenbahnstiftung)
Jetzt noch den Landhandel vor dem EG bedienen (Foto: Wolff, Eisenbahnstiftung)

IV 1971

Viel verändert sich nicht, es reicht eine Übergabe pro Tag aus.

Einfahrt in Vreden 1973 mit VL 0611 (Foto: Archiv WLE)
Blick über den Bahnhof vom Führerstand aus (Foto: Archiv WLE)

Die im Sommerfahrplan 1974 vorgesehenen Fahrten (Sammlung Riegel)

Noch ein Blick über den Bahnhof mit Kollegen von der Direktion (Foto: Archiv WLE)
Vor der Rückfahrt nach Stadtlohn, August 1975 (Foto: Riehemann)

Modell

Vor einigen Jahren wurde im FREMO davon berichtet, daß der Bahnhof Vreden als Modulbahnhof entstehen soll. Auf dem Treffen in Oeynhausen im Februar 2026 hatte er seinen ersten Auftritt, schon fast fertig gestaltet. Modulbau und -gestaltung: Achim Greiving

Das Gleis vor dem EG (Foto: (C)Thomas Woditsch)
Das Modul gezeichnet (Zeichnung: Rasch)
Fast wie früher… (Fahrzeuge: Dingerdissen, Foto: Riegel)

Quellen

Sammlung Christoph Riegel

Archive WLE, Lippstadt und Soest

Kückmann, Beyer, Von Warstein bis ins Münsterland, DGEG Medien

Diverse Netzfunde