
An der Provinzialstraße, heute B55, hatten sich schon vor dem Bau der Westfälischen Landeseisenbahn nach Warstein in engem Abstand fünf Betriebe der eisenverarbeitenden Industrie angesiedelt. Alle Betriebe erhielten eine Gleisanschluß.
Auf dem Kartenausschnitt sind die fünf Werke mit Nummern versehen.
(Topog. Karte 1936/45, Quelle TIM online)
Vorwort
In der „Sammlung betrieblicher Vorschriften“ (SbV) aus dem Buchfahrplan Sommer 1963 sind die Anschließer zwischen Belecke und Warstein noch alle aufgeführt. Die in dieser Auflistung genannten Namen werden für die Überschrift verwendet, die vor- oder nachher gebräuchlichen, oder die Umgangssprachlichen werden in den einzelnen Beiträgen ebenfalls genannt.

Firmengeschichte
Wie bereits beim Schweißwerk beschrieben befand sich bis 1926 auf diesem Gelände das Werk Warstein der Linnhoff Werke. Nach der Schließung lagen die Gebäude bis 1933 brach. Dann pachteten die Firma Risse & Osterholt aus Belecke das Gelände. Es wurden Leichtbauplatten, u. a. der Marke „Heraklith“ produziert. Das Unternehmen zog nach dem Krieg mit allen Betriebsteilen nach Heidberg (siehe Beitrag „Heidberg“).
Im Jahr 1948 wurden auf dem Gelände die Westmontan-Werke gegründet, welche ab 1954 unter dem Namen Esser Werke firmierten. Am 6. September 1955 wurde der Gleisanschluß (wieder) in Betrieb genommen. Von Beginn an wurde sich auf die Herstellung von hochverschleißfesten Förderrohren spezialisiert. Wieder gehen vom Westertal aus Spezialprodukte in fast alle Länder der Welt.
Die Esser Werke sind mit dem Zusatz „Twin Pipes“ heute noch am selben Standort vorhanden, allerdings mit einer neuen Werkszufahrt und einem deutlich größeren Werksgelände. Ein Gleisanschluß besteht nicht mehr.

In diesem Plan ist die Provinzialsstraße B55 noch nicht ausgebaut und zwischen Straße und Streckengleis befindet sich ein Zaun. Nach den betrieblichen Vorschiften (s. o.) durften in dem nördlichen Stumpfgleis (rechts, neben der Werkszufahrt) keine Wagen abgestellt werden.


Im Frühjahr 1966 sind die Ausbauarbeiten an der B55 auf diesem Abschnitt gerade abgeschlossen. Die Fahrbahn wurde deutlich breiter und hat einen Seitenstreifen und Bordsteine erhalten. Ungefähr in Höhe der Tankstelle stehen die Ortsschilder an der Gemeindegrenze zwischen Belecke (im Bild Hintergrund) und Warstein. Hinter der Tankstelle sind die Gebäude der „Stiftefabrik (1)“ zu erahnen.


Auf den beiden Fotos vom September ist die Gleisverbindung zum Streckengleis und die Mauer zum tiefer liegenden Werksgelände gut zu erkennen. Auch der Verladekran, der im Luftbild einen Schatten wirft, ist mit abgelichtet. In Anschlußvertrag wurde vereinbart, daß bevor an dieser Stelle „lange Rohre“ verladen werden durften der Zugleiter in Belecke informiert werden mußte. Er sperrte darauf hin die Strecke zwischen Belecke und Warstein, da beim Verladen die Rohre in den Lichtraum der Strecke schwenken und somit den Zugverkehr gefährden konnten.
Nach Beendigung der Ladetätigkeit war wieder der Zugleiter zu informieren, der dann die Sperrung aufhob.

Gut im Luftbild unten zu verorten: der Pförtner Pavilion, hier mit der Durchfahrt vom Pkw Parkplatz nördlich der Haupteinfahrt. (Foto: 75 Jahre Esser, Netzfund)
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Modell
Schon nach wenigen Tagen hat es zu diesem Beitrag einen Vorschlag für ein Modell gegeben.

Genutzt wurde an den äußeren Übergängen eine Variante des Profils „P22“ für Provinzialstraßen. Diese Variante „P22_5“ wird schon in anderen, im Bau befindlichen Modulen Verwendung finden und ist auch für die Betriebe an der B55 zwischen Belecke und Warstein gut einzusetzen.

Quellen
Sammlung Christoph Riegel
Weg der Montangeschichte, Stadtmarketing Warstein
Belecke in der Zeit des Wirtschaftswunders, Kultur- und Heimatverein Badulikum
Archiv WLE in Soest und Lippstadt
FREMO WLE Zoom
Diverse Netzfunde